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Großes Sternbild Luchs

21.03.2026 • 15:00 Uhr
Großes Sternbild Luchs
Das Sternbild Luchs liegt zwischen dem Großen Bär und Fuhrmann. Shutterstock

Augen wie ein Luchs braucht es, um die schwachen Sterne des Sternbilds zu erkennen.

Die Flächenausdehnung der 88 Sternbilder reicht vom Kreuz des Südens mit 68 bis zur Wasserschlange mit 1303 Quadratgrad. Der Luchs ist mit 545 Quadratgrad die Nummer 28 in diesem Ranking und größer als die angrenzenden Zwillinge. Dennoch ist er recht unscheinbar. Sein hellster Stern hat 3. Größe, die restlichen leuchten noch schwächer und sind nur bei guten Bedingungen zu finden. Der Luchs gehört nicht zu den klassischen 48 Sternbildern des Altertums. Daher gibt es keine alten Legenden oder Sagen über ihn. Er wurde erst im 17. Jahrhundert von Johannes Hevelius am Himmel platziert. Der Danziger Ratsherr befasste sich intensiv mit Astronomie. Auf 40 Kupfertafeln veröffentlichte er im Jahre 1647 präzise Darstellungen des Mondes, was seine internationale Bekanntheit begründete. In einem 1690 nach seinem Tode erschienenen Werk erfand er mehrere neue Sternbilder wie Fliege, Einhorn, Jagdhunde, Füchschen und andere, die leere Stellen am Himmel füllten. Den Luchs platzierte er zwischen dem Fuhrmann und dem Großen Bären.

Suche nach dem Luchs

Im Süden grenzen die Sternbilder Krebs und Zwillinge an den Luchs an. Um 21 Uhr erstreckt sich das Sternbild Luchs über den Zenit, das ist genau der Punkt senkrecht über unseren Köpfen. Vom Zenit in Richtung Westen findet man den Fuhrmann mit dem hellen Stern Capella und in Richtung Osten steht der Große Bär, zu dem der allseits bekannte Große Wagen gehört. Amateurastronomen sagen gerne, der Luchs ist dort, wo nichts ist. Der Namensgeber Hevelius bezeichnete das Sternbild so, weil ihm klar war, dass man Augen wie ein Luchs benötigt, um es zu erkennen. Heute Sonntag zeigt sich der Mond als schmale, drei Tage alte Sichel über dem Westhorizont. Falls sein Licht die Luchs-Beobachtung stört, müssten wir bis zum Untergang des Mondes um 23:45 warten. Hevelius zählte in einer sternenklaren Nacht mit bloßen Augen 17 Sterne. Damals war die Nachthimmelsaufhellung durch künstliche Lichter verschwindend gering im Vergleich zu heute. Der deutsche Astronom Friedrich Wilhelm Argelander hat im 19. Jahrhundert sogar 42 freisichtige Sterne im Sternbild Luchs gesehen. Bei unserer Beobachtung sollten wir ab 21 Uhr einen sehr dunklen Platz aufsuchen und eine Lichterkette suchen, die im Zenit steht und sich von südöstlicher Richtung über den Zenit in nordwestliche Richtung erstreckt. Der mit 3,1 Magnituden hellste Stern Alpha-Lyncis markiert die Schwanzspitze des Luchs im Südosten. Er ist ein roter Riesenstern in zirka 200 Lichtjahren Entfernung. Er hat zirka die doppelte Masse der Sonne und ist mit 1,4 Milliarden Jahren deutlich jünger als sie.

Für Fernrohrbeobachter

Im südlichen Bereich des Luchses in Richtung Krebs findet man im Fernrohr die Galaxie NGC 2683 in 30 Millionen Lichtjahren Distanz. Die Spiralgalaxie gleicht unserer Milchstraße. Wir sehen NGC 2683 von der Seite, wodurch das Staubband, das die Galaxie teilt, zu erkennen ist. Der Staub in unserer Milchstraße führt zu einer Schwächung des Sternenlichts in der Milchstraßenebene.

NGC 2419 ist ein Kugelsternhaufen für Teleskopbeobachter. Er liegt sieben Grad oberhalb des Zwillingssterns Kastor. Der Uranusentdecker Wilhelm Herrschel hat auch diesen Kugelsternhaufen, der sich in einer extremen Entfernung von 280.000 Lichtjahren befindet, gefunden. Manchmal wird er „galaktischer Wanderer“ genannt, da er weiter als die Große Magellansche Wolke, eine Zwerggalaxie in der Nachbarschaft, entfernt ist. Die Sternzusammensetzung ist eine weitere Besonderheit dieses Kugelsternhaufens.