Ein Programm im Zeichen der Liebe

Köhlmeier und „Camerata Musica Reno“ bringen große Liebesgeschichten als Konzert-Erlebnis mit Lesung ins Theater Kosmos nach Bregenz.
Das junge Projekt-Orchester „Camerata Musica Reno“ setzt seine österliche Kooperation mit Autor Michael Köhlmeier im heuer vierten Jahr fort. Wo sich die Konzertreihe 2025 noch dem Schaffen William Shakespeares und davon inspirierter Musik widmete, stehen jetzt „Liebespaare in Mythos und Musik“ im Mittelpunkt der Darbietungen.
Programm
An den Abenden vom 4. bis 6. April bieten sie im Bregenzer Theater Kosmos dramaturgisch durchkomponierte Konzerte, verschränkt mit Köhlmeiers Erzählungen großer Liebesgeschichten der Weltliteratur wie auch Passagen privater Natur. Konkret erstreckt sich der Köhlmeiersche Beitrag von Odysseus und Penelope über Romeo und Julia bis hin zum Kennenlernen seiner Eltern.

Mit Ausnahme des letztgenannten Paars „kommentiert die Musik, was Michael erzählt oder ist direkt aus derselben Geschichte entstanden“ schildert Organisator und Dirigent Tobias Grabher (Jahrgang 1997) im Gespräch mit der NEUE. So widmen sie sich mit „Chasse royale et orage“ aus Hector Berlioz Oper „Les Troyens“ der Odyssee. Von Romeo und Julia handeln hingegen die ausgewählten Werke der Komponisten Charles Gounod und Vincenzo Bellini.
„Richard Wagners Vorspiel zu ‚Tristan und Isolde‘ wird mein Highlight“, strahlt Grabher. Der Enkel des früheren Lustenauer Bürgermeisters Hans-Dieter Grabher zählt sich dezidiert nicht zu den Wagnerianern, will seine Begeisterung aber auch nicht verbergen: „Er hat eine tragische, unerreichbare Liebe vertont. Nichts ist symbolischer für diese Art des Ausdrucks wie sein Tristan-Akkord, der mit enormer Spannung eine Sehnsucht im Klang vermittelt.“

Die Musikerinnen und Musiker der „Camerata Musica Reno“ sind von Wien bis Zürich in angesehenen Häusern tätig und allesamt in der Rheintalregion aufgewachsen. Der Professionalität entsprechend üben alle Mitglieder ihre Passagen erst allein, bis sie sich kurz vor den Aufführungen zu äußerst intensiven Proben treffen. Aus diesem Können wuchs auch der Mut, sich „an das sehr komplexe ‚Tristan‘-Vorspiel zu wagen“, bekräftigt der Dirigent stolz.