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salus: Neue Stimme für die Gesundheit

09.04.2026 • 14:29 Uhr
Vorstellung Salus
Der Verein “salus” wurde heute in Dornbirn vorgestellt. Ärztekammer Vorarlberg

Zehn Berufsvertretungen aus dem Gesundheitsbereich haben sich zum Vorarlberger Gesundheitsverein „salus“ zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Stimme zu erheben.

Von Kurt Bereuter

Der neue Verein stellte sich gestern bei einer Pressekonferenz vor und wird sich bei der Dornbirner Frühjahrsmesse mit einem eigenen Stand dem Publikum präsentieren. Der Verein umfasst mit den zehn Berufsgruppen über 4000 Mitglieder, „die sich täglich rund um die Uhr um das Wohlergehen der Vorarlberger Bevölkerung bemühen“, lautet die Eigenbeschreibung.
Ziel ist die Vernetzung der Gesundheitsberufe im Land für Austausch und Zusammenarbeit, um als starke Stimme gehört zu werden. „Diese neue starke Stimme kann weder Politik noch Sozialversicherungsträger noch Wirtschaft überhören“, erklärten Ärztekammerpräsident Burkhard Walla als Kassier des Vereines, Schriftführerin Jessica Domig, Psychologin, und Thomas Engl, vom Gesundheits- und Krankenpflegeverein, als Obmann.
Gemeinsam sind sie überzeugt, dass es ein stärkeres gemeinsames Vorgehen der Leistungserbringer in der Gesundheitslandschaft Vorarlbergs braucht, um die Versorgung der Menschen auch in Zukunft sicherzustellen.

salus: Neue Stimme für die Gesundheit

„Wir haben ein starkes Interesse an guten Bedingungen im Gesundheitsbereich und stellen die Patienten in den Mittelpunkt.“

– Burkhard Walla, Ärztekammerpräsident Vorarlberger

Interne Abstimmung

Burkhard Walla betonte, dass die Idee für so ein Netzwerk schon zehn Jahre alt ist und aus einem Visionsprozess der Ärztekammer hervorging. Es sei bald klar gewesen, dass es eine Vernetzung der Gesundheitsberufe brauche, die auch mit einer Stimme sprechen sollten. Jessica Domig erklärt dazu: „Es braucht ein stärkeres gemeinsames Vorgehen insbesondere der verschiedenen Leistungserbringer im heimischen Gesundheitssystem.“
Die Ausgestaltung eines solchen breit aufgestellten Vereines war dann rechtlich und inhaltlich eine Herausforderung, sollten doch die Vereine unabhängig von ihrer Größe eine gleichwertige Stimme erhalten. Deshalb einigte man sich auf ein Konsens-Prinzip, anstelle eines Mehrheitsbeschlusses.
„Entscheidungen sollen auf breiter Basis gefällt werden“, erklärte Jessica Domig. Die konstituierende Sitzung fand am 18. Februar mit der Verabschiedung der Statuten statt. Die Finanzierung erfolgt über Mitgliedsbeiträge.

salus: Neue Stimme für die Gesundheit

„Um die Versorgung der Menschen in allen Gesundheitsbereichen auch in Zukunft sicherzustellen, braucht es ein stärkeres gemeinsames Vorgehen insbesondere der verschiedenen Leistungserbringer.“

Jessica Domig, Psychologin

Kritik an Sparmaßnahme

„Geht es der Wirtschaft gut, geht es den Menschen gut“, heiße ein Slogan, den Walla abwandelte: „Geht es den Leistungserbringern im Gesundheitssystem gut, geht es den Patienten gut“. Deshalb stünden dringende Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Vereinsangehörigen auf der Agenda von salus.
Die Sparmaßnahmen, die seitens der Politik und der Sozialversicherungsträger in jüngster Zeit im Gesundheits- und Sozialbereich gesetzt wurden, wirkten sich laut dem Verein nämlich nicht nur auf die Patienten aus, sondern auch auf die Leistungserbringer in diesem System. Walla kritisiert dabei: „Der Applaus der Politik und der Sozialversicherungsträger während der Corona-Pandemie war groß, die meisten ihrer damaligen Versprechen wurden aber nicht eingelöst.“ Derzeit sammle salus deswegen zentrale Anliegen und Perspektiven ihrer Mitglieder, die dann zeitnah und gebündelt mit den Entscheidungsträgern auf Landes- und Bundesebene geteilt werden.

salus: Neue Stimme für die Gesundheit

„Wir wollen die bestmögliche Gesundheitsversorgung in Vorarlberg und die besten Rahmenbedingungen für unsere Mitglieder.“

Thomas Engl, Landesvorsitzender der ÖGKV

Strategisches Vorgehen geplant

Mit einem Schmunzeln erklärt Walla, dass die Landespolitik letzte Woche von dieser Vereinsgründung informiert wurde und nächste Woche der Antrittsbesuch bei der Landesregierung bevorsteht. Geplant sei eine Kommunikation mit der Politik und den Sozialversicherungsträgern, dort würden dann auch Forderungen und Wünsche deponiert werden.
Die gebe es nämlich schon, würden aber noch weiter ausgearbeitet werden. Sollten diese aber kein Gehör finden, werde sich der Verein auch wieder über die Medien mit seiner Stimme an die breite Öffentlichkeit wenden und denen Nachdruck verleihen. Schon allein aufgrund der Mitgliedergröße und der Vernetzungen intern, werde diese Stimme kaum zu ignorieren sein.
Der Name des Vereins „salus“ bezieht sich auf die römische Heilgöttin „Dea salus“ und stehe für die Personifikation des Wohlergehens.