Das Female Future Festival am Bodensee bringt jährlich Frauen aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen, von Wirtschaft über Bildung bis hin zu sozialen Initiativen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen neben inspirierenden Keynotes Vernetzung und Austausch. Zweiteres stand besonders dieses Jahr mit dem Motto „The Power of Connection“ im Fokus. Besucherinnen erhalten die Möglichkeit, neue Perspektiven kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und aktuelle Themen rund um Karriere, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Wandel zu diskutieren. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Festivals waren auch dieses Jahr wieder breit gefächert. Speakerinnen wie Elke Rock oder Vertreterinnen aus der Finanzbranche thematisieren wirtschaftliche Chancen und Herausforderungen, während andere Vorträge stärker auf individuelle Entwicklung und Werte eingehen. Besonders die Keynote von Jazzy Gabert setzte einen persönlichen Fokus: Sie rief dazu auf, sich intensiv mit sich selbst auseinanderzusetzen und den Mut zu finden, den eigenen Weg bewusst zu gestalten.
„Ich bin schon seit mehreren Jahren beim Festival dabei und nutze die Möglichkeit, meine Produkte zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen. Die Selbstständigkeit gibt mir Freiheit, vor allem in der Zeiteinteilung, was mit Kindern sehr wichtig ist. Gleichzeitig bringt sie Unsicherheiten mit sich, etwa bei der Planung. Deshalb ist ein gutes Umfeld entscheidend. Wichtig ist auch, dass man die eigene Arbeit ernst nimmt und sich nicht verunsichern lässt, gerade als Frau.“
Isabelle Franchina, Ländle Liebelei
„Die wichtigste Botschaft ist für mich, dass Menschen ihr Leben in die Hand nehmen. Es braucht Mut, sich zu zeigen und den eigenen Weg zu gehen. Aber das funktioniert nur, wenn man sich selbst kennt. Dafür muss man sich bewusst Zeit nehmen, ohne Ablenkung, ohne Handy, ohne äußeren Druck. Erst wenn man sich intensiv mit sich selbst beschäftigt, kann man herausfinden, wer man ist und was man wirklich will. Von dort aus entsteht dann die Kraft, nach außen zu gehen und seinen Platz einzunehmen.“
Jazzy Gabert, Speakerin
Mehr Miteinander
Auch anthropologische Perspektiven fanden Platz im Programm. Dabei ging es weniger um klassische Karrierefragen als vielmehr um gesellschaftliche Dynamiken und neue Formen des Miteinanders. Insgesamt zeigt sich das Festival als Plattform, die unterschiedliche Zugänge zu Zukunftsthemen vereint. Neben den Bühneninhalten spielte die Expo-Area eine zentrale Rolle. Hier präsentierten sich Unternehmen, Initiativen und Selbstständige und treten direkt mit den Besucherinnen in Kontakt. Viele Gespräche entstehen spontan und entwickeln sich zu Netzwerken. Gerade dieser persönliche Austausch wurde von vielen Teilnehmerinnen als besonderer Mehrwert hervorgehoben, als sich die NEUE im Publikum umhörte.
„Wir sind heute hier, um uns zu vernetzen und neue Kontakte zu knüpfen, auch für unseren Podcast. Es ist spannend, zu sehen, wer im Land aktiv ist und welche Themen gerade wichtig sind. Besonders hängen geblieben ist mir ein Gedanke aus einer Keynote: Statt nur teilzunehmen, geht es darum, etwas zu geben – ohne sofort eine Gegenleistung zu erwarten. Dieser Zugang hat mich zum Nachdenken gebracht. Insgesamt ist das Festival eine gute Gelegenheit, sich auszutauschen.“
Tanja Schwärzler, Podcasterin
„Ich bin heute bereits zum vierten Mal hier. Mir gefällt die Athmosphäre und die Themen sind spannend. Gerade als Mann kann es schnell passieren, dass man nicht immer mitkriegt, was die Frauen beschäftigt, ihnen in der Berufs- und Arbeitswelt wichtig ist. Hier kann ich mehr darüber erfahren, nicht nur bei den Vorträgen sondern auch direkt in den Gesprächen mit den Frauen, die zum Festival kommen. Dabei schätze ich besonders die offene Kommunikation, die hier oftmals herrscht. “
Andreas Pichler, Bifo
Nicht nur für Frauen
Auffällig ist zudem, dass das Festival auch Männer anspricht. Sie nutzen die Gelegenheit, Einblicke in Perspektiven zu gewinnen, die im beruflichen Alltag oft weniger sichtbar sind. Dadurch erweitert sich der Dialog über Geschlech-tergrenzen hinweg. Auch die beiden Veranstalterinnen, Patricia Zupan-Eugster und Verena Eugster, zwei Schwestern aus dem Bregenzerwald, betonen, dass Männer beim Festival willkommen sind. So ging es beim Female Future Festival nicht nur darum, Impulse mitzunehmen, sondern auch neue Menschen zu kennenlernen.
„Ich bin vor allem wegen der Menschen hier. Natürlich sind die Keynotes und Programmpunkte auch sehr spannend, jedoch sprechen mich persönlich bei diesem Festival vor allem die Stimmung und die interressanten, offenen Gespräche abseits der Bühne an. Gerade deshalb würde ich es auch sehr anderen Männern empfehlen, mal ein Female Future Festival zu besuchen. Man erfährt hier Dinge, die einem sonst vielleicht im Alltag nicht unbedingt auffallen.“
Wolfgang Eller, Sindbad
Auch regionale Gäste waren auf der Bühne, wie hier, Ex-Bürgermeisterin von Dornbirn, Andrea Kaufmann.
Jazzy Gabert sprach über Themen wie Mut und Selbstfindung.