Die Whirlpool Galaxie

Ein Blickfang im Sternbild Jagdhunde ist ein Galaxienpaar, das einem Wasserstrudel gleicht
Die Jagdhunde oder Canes Venatici sind ein unscheinbares und kaum bekanntes Sternbild zwischen dem Großen Bären und dem Bärenhüter. Es wurde Ende des 17. Jahrhunderts vom Danziger Astronomen Johannes Hevelius eingeführt. Mit bloßem Auge sind darin bei dunklem Himmel etwa 60 lichtschwache Sterne auszumachen. Der hellste Stern, Cor Caroli, leuchtet mit 2,9 Magnituden. Er wurde zu Ehren des englischen Königs Charles II., der im 17. Jahrhundert lebte, „Herz des Karl“ genannt. Berühmt geworden sind die Jagdhunde, weil das Sternbild eine wunderschöne und astronomisch interessante Galaxie, die Whirlpool oder Strudelgalaxie, beheimatet. Sie steht in den kommenden Nächten gegen 22 Uhr fast direkt im Zenit. Mit einem guten Fernglas kann man sie erkennen. Der Mond geht heute Sonntag kurz nach 23 Uhr auf und die folgenden Nächte immer später. Mondlicht würde die Beobachtung der leuchtschwachen Strudelgalaxie stören. Für eine erfolgreiche Sichtung nutzt man das Zeitfenster vom Ende der Dämmerung bis zum Aufgang des Mondes.
Entdeckung und Beschreibung
Als Entdecker der Galaxie gilt Charles Messier, der 1773 einen Katalog diffuser Objekte erstellte. Die Strudelgalaxie ist der 51. Eintrag in seinem Katalog. Wilhelm Herschel, der Entdecker des Planeten Uranus, beobachtete M 51, berichtete aber wenig über seine Eindrücke. Offensichtlich konnte er die besondere Gestalt nicht wahrnehmen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Spiralstruktur im Nebel erkannt. Lord Rosse hatte ein größeres Teleskop zur Verfügung. Der Anblick des Nebels erinnerte ihn an einen Wasserstrudel. Seither heißt er Whirlpool–Nebel. M 51 ist ein Galaxienpaar, das in langen Zeiträumen einen gemeinsamen Tanz vollführt. Im „New General Catalogue“ aus dem Jahre 1888 werden die beiden wechselwirkenden Galaxien als NGC 5194 und NGC 5195 geführt.
M 51 hat weit geöffnete Spiralarme. Die Galaxie ist von unserer Milchstraße zirka 30 Millionen Lichtjahre entfernt. Ihre Winkelausdehnung beträgt elf mal sieben Bogenminuten, also etwa ein Drittel der Ausdehnung des Vollmondes. Eine leuchtende Brücke verbindet die beiden Galaxien. Der Begleiter ist von irregulärer Struktur und liegt etwas im Hintergrund der Spiralgalaxie. Er ist kleiner und lichtschwächer.
Mehrfach aktive Galaxie
Die beiden Galaxien sind nicht nur zufällig in einer Himmelsrichtung, sie gehören zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Vor zirka 280 Millionen Jahren kamen sich die beiden Welteninseln sehr nahe. Wegen der Gezeitenkräfte wurde dabei die Gestalt von M 51 verzerrt. In der Folge durchdrangen Schockfronten die Gasmassen der Galaxie. Das wiederum regte die Sternbildung stark an, es entstand eine wahre Flut von jungen, massereichen Sternen. Solche Systeme nennen die Astronomen „Starburst-Galaxien“. Nun beträgt die Lebensdauer von massereichen Sternen nur wenige Dutzend Millionen Jahre, danach explodieren sie als Supernovae. Innerhalb von 17 Jahren registrierten Astronomen drei solche Explosionen in M 51, in gewöhnlichen Galaxien zählt man eine bis maximal drei pro Jahrhundert.
M 51 wurden mittlerweile intensiv in allen Wellenlängen untersucht. Im ultravioletten Licht werden junge Sterne in den Spiralarmen und in der Brücke zwischen den beiden Galaxien besser sichtbar. Kalter Staub wird am besten durch Infrarotteleskope abgebildet. Heißes Gas strahlt hell im Röntgenlicht. In mehreren Spektralbereichen zeigt sich, dass M 51 einen aktiven Kern hat, der durch ein supermassives Schwarzes Loch gespeist wird.