„Recht ist gesprochen, aber ist es gerecht?“

Der Lochauer Vizebürgermeister Stephan Schnetzer sieht das Tasty als wichtigen Betrieb für Lochau und das Leiblachtal.
Wie bewerten Sie den Fall rund um das Tasty in Lochau?
Stephan Schnetzer: Ich bin schon länger in das Thema involviert. Für mich ist es unverständlich, dass es jetzt in dieser Angelegenheit eigentlich nur Verlierer gibt. Recht ist gesprochen, aber ob es auch gerecht ist, ist eine andere Frage.
Was bedeutet der Betrieb aus Ihrer Sicht für die Gemeinde?
Schnetzer: Der Imbiss war gut für Lochau und das ganze Leiblachtal. Wir befinden uns hier im Drehkreuz zwischen Bus, Bahn, See und Pfänder. Das Tasty war aus meiner Sicht eine perfekte Ergänzung zu den sonst in Lochau beheimateten Gastronomiebetrieben. Ferhat ist ins Dorfleben integriert und hatte auch einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt.
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Gab es Beschwerden über Lärm oder Geruch?
Schnetzer: Auf der Gemeinde liegt keine einzige Beschwerde vor. Für mich ist auch klar: Wer hier kauft, der weiß, er ist zwischen Kreisverkehr und Bahn. Lärm kann also kein Thema sein.

Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Lage für den Betreiber ein?
Schnetzer: Wenn er hier auf reinen Café-Betrieb umstellen muss, ist er wirtschaftlich auf verlorenem Posten. Es gibt mehrere Cafés in Lochau und hier kann er nicht mit so viel Laufkundschaft für ein Café rechnen. Der Imbiss und der Lieferservice haben ihm die wirtschaftliche Existenz ermöglicht.
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Welche Rolle kann die Gemeinde in diesem Fall jetzt einnehmen?
Schnetzer: Ich möchte Mediator sein. Ein Antrag auf Nutzungsänderung kann natürlich gestellt werden. Ferhat hat den Rückhalt der Gemeinde. Wir sind nicht zufrieden, wie sich das jetzt entwickelt hat. Es ist wirklich schade.

Was bedeutet die Situation für die Mitarbeiter?
Schnetzer: Für die Mitarbeiter ist es eine echte Tragödie. Ferhat lässt sich nicht unterkriegen, sondern er ist freundlich und kann sogar noch lachen. Aber die Situation ist für ihn und sein Team natürlich sehr schwierig.