“Wie eine große Liebe”

Ibrahim Mohanad (36) ist im Barbershop seines Onkels groß geworden. Heute führt er mit V.I.P Barber Shop selbst einen.
Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?
Ibrahim Mohanad: Ich bin durch meine Familie zum Handwerk gekommen. Mein Onkel war über dreißig Jahre lang Friseur für Männer und seine Frau hat die Frauenfrisuren gemacht. Ich war als Kind ständig im Salon, habe zugeschaut, geholfen und irgendwann gemerkt, dass mir das gefällt. Mit 13 habe ich dann bei meinem Onkel immer ein bisschen ausgeholfen. Der Salon war wie ein zweites Zuhause für mich, und so bin ich Schritt für Schritt hineingewachsen.
Sie haben all das also direkt von Ihrem Onkel gelernt?
Mohanad: Genau. Mein Onkel war mein erster Lehrer und hat mir die Grundlagen beigebracht. Vieles, was ich heute mache, kommt aus dieser Zeit. Ich habe später natürlich auch in anderen Salons gearbeitet und viel dazugelernt, aber die Basis kommt von ihm.
Was lieben Sie an Ihrem Beruf?
Mohanad: Für mich ist Friseur sein wie eine große Liebe. Das klingt vielleicht lustig, aber es ist wirklich so. Ich könnte den ganzen Tag im Salon stehen, ohne dass es sich wie Arbeit anfühlt. Es macht mir Freude, Menschen zu verändern, ihnen ein gutes Gefühl zu geben und zu sehen, wie sie zufrieden aus dem Laden gehen. Ich bin mit Leidenschaft dabei und das spüren die Leute.
Was macht Ihren Barbershop besonders?
Mohanad: Viele Kunden sagen mir, dass sie sich bei uns wohlfühlen, weil wir freundlich sind, respektvoll und immer Zeit für ein Gespräch haben. Ich arbeite sehr sauber und genau, besonders bei Übergängen, Konturen und der Bartpflege. Vieles mache ich mit dem Messer, weil das Ergebnis präziser wird. Ich glaube, die Leute spüren, dass ich meinen Job mit Herz mache und nicht einfach nur schnell fertig werden will.
Was ist im Berufsalltag die größte Herausforderung?
Mohanad: Der Beruf ist körperlich sehr anstrengend. Wir stehen fast neun Stunden am Tag, und das merkt man in den Füßen und Knien. Dazu kommt der ständige Kontakt mit Kunden: Man redet viel, hört zu, bleibt freundlich und konzentriert sich gleichzeitig auf präzise Arbeit. Es ist eine Mischung aus Handwerk und Kommunikation, und das kann herausfordernd sein, aber genau das macht den Job auch spannend.