Der Einbruch am Arlberg und die Frage nach einem größeren Muster

Erst Feldkirch, dann St. Anton: Zwei Angriffe auf Waffenhändler wirken plötzlich weniger zufällig.
Ein Detail taucht in beiden Fällen auf.
Um 23 Uhr, vergangenen Donnerstag, geht die Alarmanlage eines Waffenhändlers in St. Anton am Arlberg los. Kurze Zeit später trifft die Polizei ein und stellt eine aufgebrochene Fensterfront sowie fehlende Waffen in den Vitrinen des Geschäfts fest. Nach einer kurzen Fahndung wird der Verdächtige bereits gefasst, doch von der Beute fehlt noch jede Spur.
Ein Muster?
Nicht nur das verschwundene Diebesgut wirft Fragen auf. Gerade einmal 60 Kilometer entfernt, keine zwei Tage zuvor, ereignete sich beim Waffenhändler Fröwis in Feldkirch eine nahezu identische Situation.

Waffenhändler in Feldkirch-Altenstadt statt. Privat
In beiden Fällen nutzten die Täter ein Auto als Rammbock, um die Fensterfront der Geschäfte zu durchbrechen. Auffällig dabei: Beide Fahrzeuge waren mit Schweizer Kennzeichen ausgestattet.
„Die Vorgehensweise war bei mir hier praktisch die gleiche wie bei Fröwis“, erzählt Emanuel Falch, Besitzer des Waffengeschäfts in St. Anton, der NEUE. „Ich denke, dass es auch mit den Einbrüchen im vergangenen Jahr in der Schweiz zusammenhängt“, führt der Tiroler weiter aus.
Banden aus der Schweiz?
Falch meint damit die drei Einbrüche in Waffengeschäfte in der Ostschweiz, die zwischen Juli und September verübt wurden. Die Täter, junge Männer aus Frankreich, wurden inzwischen gefasst.

Die Kantonspolizei St. Gallen geht davon aus, dass die Täter über Social Media von Hintermännern für die Einbrüche rekrutiert und angeleitet wurden. Die Einbrecher selbst stellen damit wohl lediglich austauschbare Mittelsmänner dar, wodurch ihre Festnahme für die Hintermänner einen verschmerzbaren Verlust darstellt.
Ob die Fälle in Österreich direkt mit den Einbrüchen in der Schweiz zusammenhängen, lässt sich derzeit bisher nicht bestätigen.