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Wasserpfützen, schleifende Türen: Pfusch bei 54-Millionen-Projekt in Lech?

18.09.2026 • 10:47 Uhr
Wasserpfützen, schleifende Türen:  Pfusch bei 54-Millionen-Projekt in Lech?
Bürgermeister Gerhard Lucian wartet auf das Ergebnis des Sachverständigen zum Gemeindezentrum. Canva/Roland Paulitsch (2)

Gemeinde beauftragte Sachverständigen, um mögliche Baumängel am umstrittenen Gemeindezentrum in Lech zu prüfen. Die NEUE hat bei Bürgermeister Lucian nachgefragt.

Das 2024 eröffnete Gemeindezentrum in Lech spielt alle Stücke. Das fünfgeschossige „Dorfhus“, das Gemeindeverwaltung, Tourismusbüro, Post und Bücherei als Heimat dient, daneben die vierstöckigen „Lechwelten“ mit Handelsflächen, Gastronomie und einem Veranstaltungsaal mit Platz für 620 Personen, das alles für 54,3 Millionen Euro. Ursprünglich waren 40 Millionen Euro für das Projekt veranschlagt gewesen, die höheren Kosten führt die Gemeinde auf die „Steigerung der Bauindizes im Bauzeitraum“ zurück.

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Um das in der örtlichen Kommunalpolitik hochumstrittene, aber zweifelsohne imposante Prestigeprojekt kehrte zuletzt wieder Ruhe ein, aber ganz abgeschlossen ist die Causa noch nicht. Der NEUE wurden Berichte über eine größere Zahl an Baumängeln zugetragen. Bürgermeister Gerhard Lucian (Liste Lech) bestätigte auf Anfrage, dass ein Sachverständiger mit der Prüfung des Gebäudes betraut wurde. „Grundsätzlich sind bei Baumaßnahmen insbesondere in dieser Größenordnung baupraktische Mängel bzw. offene Punkte in der Ausführung immer möglich und treten bei vergleichbaren Objekten immer wieder auf. Für die Beurteilung, inwieweit es sich um Mängel handelt, wurde ein externes Büro mit einem beeideten Sachverständigen beauftragt“, so Lucian.

Mängel können behoben werden

Konkret handelt es sich um verschiedene kleinere Mängel. So bilden sich etwa ob der ungünstigen Positionierung der Gullydeckel Wasserpfützen in der Tiefgarage, auch im Innenraum gibt es Mängel, etwa an manchen Türen, die am Boden schleifen. Lucian beruhigt aber: „Die Mängel betreffen verschiedenste Bereiche und Gewerke und können aus derzeitiger Sicht technisch behoben werden.“

Gerhard Lucian wieder gewählt
Ob der laufenden Prüfung kann Bürgermeister Gerhard Lucian zu einigen Detailfragen noch keine Stellung beziehen. Laurin Lorünser

Über den aktuellen Stand oder eine konkrete Zahl der Mängel gibt der Ortschef ob der laufenden Prüfung keine detaillierte Auskunft: „Die Bearbeitung ist derzeit im Gange und ist ein laufendes Abwicklungsprocedere. Nebenbei ist die bloße Anzahl von Mängeln nicht aussagerelevant.“ Auch die Frage, welche Unternehmen betroffen sind, bleibt offen. Fest steht jedoch: „Die im Rahmen von Mängelbehebungen entstehenden Kosten werden den Verursachern zugeordnet. Diesbezüglich werden alle Mängelpunkte einzeln abgehandelt. Selbstverständlich werden vertraglich vereinbarte Gewährleistungsansprüche geltend gemacht und es behält sich die Gemeinde, sofern erforderlich, auch weitere Schritte vor.“ Bei einem eindeutigen Ergebnis der Sachverständigenprüfung könnten die ausführenden Unternehmen also zur Kasse gebeten werden.

Keine Auswirkungen auf laufenden Betrieb

Auf den Betrieb der beiden Gebäude wirken sich die Mängel aber nicht aus. „Das Dorfhus ist seit zweieinhalb Jahren in Betrieb. Die Nutzung ist seit Einzug in das neue Gebäude uneingeschränkt gegeben“, teilt Lucian mit. Das Gebäude sei fertiggestellt, baubehördlich abgenommen und seit April 2024 bezogen und in Betrieb.

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)