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Saturn in Opposition

03.10.2026 • 14:00 Uhr
Saturn mit seinem Ringsystem
Saturn mit seinem Ringsystem Quelle: ESO Europäische Südsternwarte

Der Planet mit dem Ringsystem ist in den kommenden Wochen die ganze Nacht über zu sehen.

Schwarzach Saturn ist ein Paradeobjekt für Fernrohrbeobachter. Er zählt zu den klassischen „Wandelsternen“ die schon im Altertum bekannt waren. Von freiem Auge betrachtet, fällt er auf, weil er sich wie alle Planeten zwischen den Sternen hindurchbewegt. Derzeit befindet er sich im Walfisch.

Oppositionsstellung

Heute Sonntag steht Saturn in Opposition. Das bedeutet, Sonne und Saturn stehen sich gegenüber. Saturn ist ein äußerer Planet und mehr als achtmal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. In Oppositionsstellung lassen sich Planeten gut beobachten, denn sie haben ihre größte Annäherung an die Erde. Heute trennen uns eine Milliarde und 262 Millionen Kilometer. Solche Distanzen entsprechen nicht den Alltagserfahrungen. Daher sind Vergleiche nützlich. Während ein Lichtstrahl 1,25 Sekunden von der Erde zum Mond braucht, benötigt er 1,2 Stunden zum Saturn. Sterne bleiben wegen ihrer viele Lichtjahre messenden Entfernung  immer punkförmig. Die Luftunruhe lässt Sterne auf ein zirka eine Bogensekunde (das sind der 3600te Teil eine Winkelgrades) großes Scheibchen anwachsen. Saturn ist derzeit beachtliche 20 Bogensekunden groß. Wegen seiner Eigendrehung ist der Gasriesenplanet abgeplattet, er misst an seinem Äquator 19,7 Bogensekunden und zwischen den Polen nur 17,6 Bogensekunden. Der berühmte Ring besteht aus Eis und Staub. Das helle Eis reflektiert das Sonnenlicht sehr gut. Die Teilchengröße reicht von Körnen bis zu mehrere Meter großen Brocken. Die Neigung des extrem dünnen Ringes bleibt fest im Raum und daher sehen wir während eines Saturnumlaufs von knapp 30 Jahren manchmal von Norden und dann wieder von Süden auf den Ring. Letztes Jahr ist der Ring scheinbar verschwunden, weil unser Blick genau auf die Ringkante gerichtet war. Da das Ringsystem nur etwa 100 Meter dick ist, wird es in Kantenstellung unsichtbar. Derzeit blicken wir von Süden auf den nur 7,5 Grad geöffneten Ring.

Ein Objekt für die ganze Nacht

Eine Folge der Oppositionsstellung ist auch, dass Saturn die ganze Nacht über dem Horizont steht. Heute Sonntag geht er um 19 Uhr ziemlich genau im Osten auf, steht um 01:15 Uhr 45 Grad hoch im Süden und geht um 07:27 Uhr fast genau im Westen unter. Es gibt aber keinen Grund, nur am Tage der Opposition Saturnbeobachtungen anzustellen. Zwei Wochen später beispielsweise verfrühen sich Auf- und Untergangszeiten sowie der Zeitpunkt der Höchststellung im Süden um zirka eine Stunde. Auch die Entfernung von der Erde wird nur um vier Millionen Kilometer zunehmen. Das scheint in absoluten Zahlen viel zu sein, ist aber nur eine Distanzzunahme um drei Promille. Auch die Saturnhelligkeit nimmt in diesem Zeitraum kaum ab.

Beobachtungstipps

Saturn ist derzeit mit 0,4 Magnituden heller als die meisten Sterne. Allein deswegen und wegen seiner Bahn im Laufe der Nacht ist er leicht zu identifizieren. Bis zur Monatsmitte ist der Abendhimmel recht dunkel, da am 10. Oktober Neumond ist und das Mondlicht kaum stört. Schon mit einem leistungsstarken Fernglas ist ein Unterschied von Saturn und den helleren Sternen wahrzunehmen. Erst ein Fernrohr ab 30facher Vergrößerung zeigt den Saturnring. Bei noch stärkeren Vergrößerungen sind dunkle Lücken im Ring zu erkennen. Die Cassini-Teilung entstand durch den Einfluss von Saturnmonden. Der größte Saturnmond Titan, auf dem schon 2005 eine Sonde landete, kann mit kleinen Teleskopen beobachtet werden. Es ist spannend, was uns Licht, das über eine Stunde unterwegs war, über die fremde Welt des Saturn berichtet.