Ein Krimi in zwei Welten

Ein junger Lektor soll Krimiautorin Patricia Highsmith dazu bewegen, eine neue Geschichte zu schreiben.
Das verbale Ringen in Highsmiths düsterem Haus in der Schweiz wird bald selbst zum psychologischen Krimi, der Fiktion und Realität verschwimmen lässt. Die britische Oscar-Preisträgerin Helen Mirren übernimmt die Rolle der schlecht gelaunten Autorin, die dem jungen Edward Ridgeway mit kleinen, fiesen Gemeinheiten die Zeit in ihrem Haus schwer macht. Das tut Mirren auf überzeugende Weise. In Edwards Schuhen möchte man nicht stecken.
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Doppelkrimi
Hat Highsmith etwa sein Frühstücksrührei mit Gift vermischt? Wie konnte sie ihm mitten in der Nacht mit einem Messer aus ihrer antiken Waffensammlung einen kleinen Schnitt am Hals zufügen? Doch der aufstrebende Lektor lässt sich von den perfiden Spielchen nicht unterkriegen. Das beeindruckt Highsmith, und sie lässt sich langsam auf ihn ein. Schließlich überlegen sie gemeinsam, welche Geschichte der sechste Ripley-Band erzählen könnte – und dabei zeigt sich, dass auch Ridgeway durchaus dunkle Seiten in sich trägt. Die Fantasie der beiden trägt die Story nach Rom. Dort lernt der durchtriebene Tom Ripley absichtlich – und wie nebenbei – die hübsche Clementine kennen. Er ist der Traum jeder Schwiegermutter. Gleichzeitig plant er bereits die Morde an ihrem Vater und ihrer Tante, um an das Familienvermögen zu kommen. Der Film, der auf einem Theaterstück basiert, erzählt quasi zwei Krimis in einem. Und jeder fesselt. Die ambivalente Beziehung zwischen Highsmith und Ridgeway in den bedrückenden Räumen des Hauses der Autorin schwankt zwischen Nähe und Distanz, Respekt und Verachtung. Die Erzählweise und die Kameraeinstellungen erinnern dabei an Hitchcock-Krimis, die ja teils auch auf Highsmith-Bücher basierten. Die Geschichte in Rom dagegen kommt zunächst mit sommerlicher Leichtigkeit daher, bevor sie ihre mörderische Wucht entfaltet.




