Kommentar

Kein Verständnis für Masken-Kritik

25.07.2020 • 20:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Seit Freitag herrscht in manchen Bereichen des öffentlichen Lebens wieder Maskenpflicht. Mit Bekanntwerden der Rückkehr der Verhüllung des Gesichts kamen auch wieder kritische Stimmen auf, die eine Maskenpflicht nicht für notwendig hielten. Kritische Stimmen, die sich die Regierung hätte ersparen können, denn die Abschaffung der Maskenpflicht war unnötig und voreilig. Die Bevölkerung hatte sich an den Stofffetzen vor Nase und Mund gewöhnt. Vom Modeaccessoire 2020 war sogar die Rede. Experten hatten prophezeit, die Maske würde uns im Alltag noch lange begleiten. Mit der überhasteten Abschaffung und nun neuerlichen Einführung wurde Kritikern wieder Tür und Tor geöffnet und eine Plattform gegeben, die nicht hätte sein müssen.

Es kann schnell gehen

Aber sei es drum. Bei weitem unverständlicher ist der Umstand, dass überhaupt Kritik an dieser Maßnahme aufkommt. Es mag sein, dass das Tragen der Maske eine Einschränkung bedeutet. Jedoch steht diese Einschränkung in keinem Verhältnis zur Wirkung. Es ist ein kleiner Preis, den wir als Gesellschaft zu bezahlen haben, um eine zweite Welle zu verhindern oder zumindest abzuschwächen. Eine neuerliche Infektionswelle, gepaart mit einem folgenden zweiten Lockdown, würde für zahlreiche Unternehmen in Vorarlberg das Ende bedeuten. Die Wirtschaft würde das nicht verkraften. Konkurse und somit eine Steigerung der Arbeitslosigkeit im Land wären die Folge.
Umso unverständlicher ist es, dass Politiker, die gleichzeitig als Unternehmer tätig sind, als Kritiker der Maskenpflicht auftreten. Als Argument wurde die geringe Zahl an Erkrankten in Vorarlberg angeführt. Zum einen ist die Dunkelziffer aber weitaus höher, zum anderen hat die Clusterbildung in Frastanz gezeigt, wie schnell eine Ausbreitung erfolgte und die Zahlen wieder ansteigen.

Gesellschaftliche Verantwortung

Abgesehen von den wirtschaftlichen und gesundheitlichen Aspekten hat ein jeder von uns eine gesellschaftliche Verantwortung. Die Maske schützt weniger den Träger als vielmehr sein Gegenüber. Es sollte unser aller Bestreben sein, die Mitmenschen zu schützen und durch das eigene Verhalten Schaden von ihnen abzuhalten. Das gilt im Übrigen nicht nur in Zeiten des Coronavirus.
Und die Maske hat auch einen warnenden Charakter. Sie ist ein plakatives Zeichen dafür, dass das Virus nach wie vor da ist. Sie erinnert uns daran, Abstand zu halten, das Händeschütteln zu unterlassen und Hygienemaßnahmen zu setzen.

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