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Fitnessstudios kämpfen um Existenz

12.12.2020 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Branchensprecher Manfred Scheel fordert mehr Unterstützung für die Fitnessbetriebe.<span class="copyright"> Archivbild/Klaus Hartinger</span>
Branchensprecher Manfred Scheel fordert mehr Unterstützung für die Fitnessbetriebe. Archivbild/Klaus Hartinger

2020 haben Fitnessbetrieber mehr als 25 Prozent ihrer Kunden verloren.

Es ist eine Branche, die fast schon in Vergessenheit geraten ist. Dabei hat die Corona-Pandemie die Fitnessbetriebe in Vorarlberg mit am härtesten getroffen. Ähnlich wie die Gastronomie haben auch die Fitnessstudios bis 7. Jänner geschlossen und haben auch im auslaufenden Jahr aufgrund der behördlichen Schließungen kaum Umsätze einfahren können.
Zusätzlich haben viele Kunden ihre Mitgliedschaft gekündigt, da die Einrichtungen ohnehin geschlossen waren und somit nicht trainiert werden konnte. Wie in einer Aussendung der Wirtschaftskammer Vorarlberg hervorgeht, haben die Fitnessbetriebe im Land ein Viertel ihrer Kunden verloren. Die dadurch fehlenden Umsätze sind nicht aufzuholen und die Neukundengewinnung, um auf den Stand vor Corona zu kommen, dürfte nach Kalkulation des Fitnessbetriebe-Branchensprechers Manfred Scheel bis zu fünf Jahre dauern.
Wie zum Beispiel in der Gastronomie wurde mit dem zweiten Lockdown den Fitnessstudios auch ein Umsatzersatz von 50 Prozent zugesichert. Das sei laut Scheel aber deutlich zu wenig. Der Unternehmer verlangt erneut eine Förderung von 80 Prozent des Umsatzes im Vergleichszeitraum des letzten Jahres.
„Das Umsatzminus wird unsere Betriebe einige Jahre belasten, sofern sie überhaupt überleben. Die Reduzierung des Umsatzersatzes auf nur mehr 50 Prozent ist eine ernsthafte Existenzbedrohung. Das liegt allein deswegen schon auf der Hand, weil die Kalkulationen und Kostenrechnungen in der Fitnessbranche einfach nicht mit denen in anderen Branchen vergleichbar sind – ein 50-prozentiger Ersatz deckt nicht einmal laufende Betriebskosten“, erklärt Scheel.

Planungssicherheit gefordert

Ähnlich wie in der Gastronomie oder Hotellerie fordert auch Scheel eine definitive Zusage für die Öffnung der Fitnessbetriebe mit 7. Jänner. „Nur das gibt uns die nötige Planungssicherheit und eine ernsthafte Chance, denn immerhin ist der Jänner der stärkste Monat für die Neukundengewinnung“, erklärt der Branchensprecher. Bereits im März wurden drei Forderungen an Bund und Länder übergeben: Die Senkung der Mehrwertsteuer für die Mitgliedsbeiträge auf zehn Prozent, die Abschreibfähigkeit der Beiträge für Unternehmen im Rahmen der Firmenfitness ohne Sachbezug für die Mitarbeiter und die Absetzbarkeit von Fitnessbeiträgen im Einkommenssteuerbescheid. „Alle diese machbaren Maßnahmen, die zumindest für eine Chancengleichheit am Markt gesorgt hätten, haben weder im Frühjahr noch jetzt bei den Vertretern der Politik Gehör gefunden. Dabei haben viele andere Branchen oder Vereine weitaus bessere Bedingungen: Etwa der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Gastronomiebetriebe bis Ende 2021 – bei den Fitnessbetrieben ist dieser Satz unverändert bei 20 Prozent geblieben“, betont Scheel.

Keine Ansteckungen

Zu guter Letzt macht der WKV-Funktionär auf die geringen Infektionszahlen in ihren Einrichtungen aufmerksam. Laut Sanitätsdirektion lag das Infektionsgeschehen in den Betrieben unter einem Prozent. Das Contact Tracing sei lückenlos möglich, die Leitung der Besucherströme und die Abstandregeln realisiert und die Hygienestandards ohnehin extrem hoch.