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Am selben Tag zuerst Opfer und dann Täter

15.02.2021 • 20:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Strafprozess am Landesgericht Feldkirch <span class="copyright">Klaus Hartinger </span>
Strafprozess am Landesgericht Feldkirch Klaus Hartinger

Syrer schlug Ex-Freundin. Zuvor wurde er von Bosnier geschlagen.

Am 23. August 2020 war der Syrer nach Darstellung der Staatsanwaltschaft beim ersten Vorfall in Feldkirch Opfer und Täter bei einer wechselseitigen Attacke mit Bierflaschen. Später an jenem Tag, so der zweite Strafantrag, soll er nach seiner Entlassung als verletztes Opfer aus dem Krankenhaus seine Ex-Freundin in deren Wohnung geschlagen und verletzt haben.

Bedingte Haftstrafe

Beim Strafprozess am Rosenmontag am Landesgericht Feldkirch wurde der syrische Angeklagte für den Vorfall mit seiner Ex-Freundin wegen des Verbrechens der versuchten schweren Körperverletzung schuldig gesprochen. Dafür wurde der mit einer einschlägigen Vorstrafe belastete Arbeitslose zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von fünf Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat der 30-Jährige seiner früheren Freundin, mit der er ein Kind hat, 3000 Euro bezahlen. Das Urteil von Richter Martin Mitteregger ist bereits rechtskräftig.

Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht zehn Monaten Haft. Der Verurteilte hat Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen und sich einem Antigewalttraining zu unterziehen.

Attacke mit Bierflasche

Rechtskräftig freigesprochen wurden der Syrer und seine 38-jährige Ex-Freundin im Zweifel vom Vorwurf, sie hätten beim ers­ten Vorfall einem Bosnier in der Feldkircher Altstadt jeweils eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen und ihn so leicht verletzt. Dem Syrer wurde dazu zudem angelastet, er habe dem Bosnier Faustschläge versetzt. Die beiden Angeklagten sagten, sie hätten ohne Bierflaschen schlichtend eingegriffen, nachdem der 31-jährige Bosnier seine 17-jährige Freundin geschlagen habe.

Angeklagt wurde auch der Bosnier. Er soll seine Freundin und die eingreifende 38-Jährige geschlagen und verletzt haben. Des Weiteren soll der Vorbestrafte den Syrer mit einer Bierflasche geschlagen haben.

Sturz von Autobahnbrücke

Der Richter hat das Strafverfahren gegen den Bosnier vorläufig abgebrochen. Denn der Arbeitslose ist derzeit nicht verhandlungsfähig. Bei seinem Sturz von einer Autobahnbrücke in Bürs wurde der 31-Jährige im Oktober 2020 so schwer verletzt, dass ihm eine Querschnittlähmung droht. Der Patient, der nach seiner lebensgefährlichen Verletzung notoperiert werden musste, befindet sich weiterhin im Krankenhaus.

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