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Mehr Bio – die Pandemie als Motor

22.04.2021 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Zu Gast beim Biohof Breuss in Röthis.Philipp STEURER

Zuwachsraten bis zu 20 Prozent befeuern die Bio-Landwirtschaft.

Zu dieser Jahres- und Tageszeit hat ein Biobauer im Land nicht viel Zeit, denn es gibt viel zu tun, gerade jetzt im Frühjahr“, betont Lukas Breuss, Biolandwirt in Röthis. „Wir haben hauptsächlich Gemüse von A bis Z ganz saisonbezogen. Von Radieschen über Salat bis hin zur Zucchini.“ Die Bioschiene hat Breuss begonnen, als er von seinem Vater vor ein paar Jahren den Hof übernommen hat.

Das Thema Bio ist aktueller denn je. Gerade die Pandemie hat den Menschen vor Augen geführt, wie wichtig es ist, auf gesunde und regionale Lebensmittel zurückgreifen zu können. „Corona war in vielen Bereichen ein Brennglas und das gilt insbesonders für die Landwirtschaft“, so Landesrat Chris­tian Gantner.

Augen öffnen

Wenn von einem Tag auf den andern die Grenzen geschlossen sind, muss man sich auf das beziehen und verlassen, was vor der Haustüre wächst und gedeiht. „Es hat vielen Menschen vor Augen geführt, wie wichtig eine regionale Versorgung mit Lebensmitteln ist. Auch gesunde Lebensmittel sind noch mehr in den Fokus gerückt“, ergänzt der Landesrat. Das hat sich im Biobereich massiv niedergeschlagen. Denn gerade in der Pandemie gibt und gab es in vielen Bereichen Einbrüche und Leerläufe.

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Kaspar Kohler, Manuel Kirisits, Jürgen Bereuter und LR Christian Gantner (v.l.) PHILIPP STEURER

Nicht so im Biosektor, der sich als ausgesprochener Wachstumsmarkt etabliert hat. „Bis zu 20 Prozent und mehr beläuft sich der Zuwachs von 2019 auf 2020. Und dieser Trend hält an“, so Gantner. Mittlerweile haben es alle verstanden, dass Bio nicht nur ein Trend ist, wie der Landesrat betont. Das erklärte Ziel der Landwirtschaftsstrategie des Landes ist es, diesen Biobereich auszubauen. „Wir haben in Vorarlberg etwa 500 Betriebe, die nach biologischen Kriterien wirtschaften.“ Zudem müsse man auch versuchen, mehr Konsumenten zu erreichen.

Unterstützung vom Land

Die Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft soll auch monetär vonseiten des Landes vorangetrieben werden. „Wir bieten da die unterschiedlichsten Programme an. Vor allem bei der Umstellung auf Bio wollen wir den Betrieben unter die Arme greifen“, so Gantner. Dort will das Land diverse Umstellungskosten finanziell abgelten und auch bei den Kontrollkosten unterstützend einwirken.

Biogemüse wird hier auch ab Hof verkauft. <span class="copyright">PHILIPP STEURER</span>
Biogemüse wird hier auch ab Hof verkauft. PHILIPP STEURER

„Die Unterstützung des Landes ist für unsere Betriebe ­enorm wichtig. Denn wenn man die Bio-Szene österreichweit betrachtet, sind wir noch eher Schlusslicht“, erläutert Jürgen Bereuter, Obmann von Bio Austria in Vorarlberg. Somit tue jeglicher Rückenwind gut. Sowohl seitens der Politik als auch vonseiten der Konsumenten. Ziel sei es, so schnell wie möglich vom Schlusslicht ins Mittelfeld vorzurücken. „Zu diesem Zweck haben wir unter anderem nun einen Einkaufsführer herausgebracht. Darin sind an die 300 Landwirte vertreten“, erzählt Bereuter. Damit bekommen die Konsumenten kompakt einen Ein- und Überblick, welche Bauern und Direktvermarkter in ihrem Dorf und in ihrer Umgebung tätig sind. „Zudem sind nicht nur Lebensmittelproduzenten aufgelistet. Auch Bio-Mode und Bio-Gastronomie sind ergänzend angeführt“, so Bereuter.

In Österreich werden derzeit etwa ein Viertel der Flächen biologisch bewirtschaftet. „Der Vorarlberger Weg ist klar. Wir wollen Bio ausbauen und stärken. Dazu ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen“, betont Manuel Kirisits, Geschäftsführer von Bio Vorarlberg. Die Pandemie war und ist ein Motor. Diesen Schwung wollen nun alle nützen, um das Projekt noch weiter voranzutreiben. „Diese Wertschöpfung, die hier stattfindet, ist und bleibt unbezahlbar“, so Kirisits abschließend.

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