Sonderegger: „Wir dürfen nicht vergessen“

Gedenktag erinnert an ein dunkles Kapitel der Geschichte.
Landtagspräsident Harald Sonderegger zeigt sich im Gespräch mit der NEUE erfreut darüber, dass der Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus seitens des Landesparlaments heuer endlich begangen werden kann – wenn auch auf andere Weise als in früheren Jahren. Zwar müsse auf die im Vorjahr abgesagte Veranstaltung verzichtet werden, allerdings kann Sonderegger der digitalen Präsentation durchaus auch etwas Positives abgewinnen. Immerhin ist diese unabhängig von Zeit und Ort abrufbar und zudem noch barrierefrei zugänglich. Für den Landtagspräsidenten ist es wichtig der Opfer der Naziverbrechen zu gedenken, sodass sich dieses dunkle Kapitel der Geschichte nicht mehr wiederhole. „Wir dürfen nicht vergessen“, mahnt er.
Vielfältigkeit der Biografien
Die Lebensläufe der insgesamt vier Männer und Frauen seien dazu geeignet, um kritisch zu reflektieren, wie mit den Überlebenden aus den Konzentrationslagern nach dem Krieg in Vorarlberg umgegangen wurde. Durch die Unterschiedlichkeit und Vielfältigkeit der Biografien ergebe sich ein Bild davon, wie es den Betroffenen ergangen ist. Dies sei umso wichtiger, da es nur noch wenige lebende Zeitzeugen gebe. „Anhand der Schicksale von Personen aus dem Land kann dennoch beispielhaft bewusst gemacht werden, was damals passiert ist“, meint der Politiker.
“Nicht felsenfest”
Gerade die Corona-Pandemie habe aufgezeigt, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit „nicht felsenfest“ seien. Man müsse immer wieder dafür sensibilisieren, welch große Bedeutung diese haben. Vor allem bei der Einschränkung von Grundrechten in Zusammenhang mit der Pandemie müsse immer wieder reflektiert werden, was gerechtfertigt ist und was nicht. Zugleich zeige sich, dass die Demokratie in Österreich funktioniere. So werde das Parlament mit einbezogen. Ebenso gebe es eine unabhängige Gerichtsbarkeit, die die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie genau überprüfe. Für Sonderegger ist es daher wichtig, bei den Corona-Maßnahmen genau hinzuschauen. Die Demokratie ist durch diese jedoch nicht in Gefahr, betont er.