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Prozess um Rassismus-Vorwürfe erneut vertagt

04.04.2022 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Noch kein Urteil im Rassismusprozess am Landesgericht Feldkirch.<span class="copyright">klaus hartinger</span>
Noch kein Urteil im Rassismusprozess am Landesgericht Feldkirch.klaus hartinger

49-Jährige soll Schülerin bedroht und rassis­tisch beleidigt haben.

Auch in der zweiten Verhandlung im Rassismusprozess am Landesgericht Feldkirch erging am Montagabend noch kein Urteil. Richterin Magdalena Rafolt vertagte die Hauptverhandlung zur Befragung eines weiteren Zeugen und zur weiteren Einvernahme der Angeklagten auf 9. Mai. Der unbescholtenen Angeklagten wird zur Last gelegt, sie habe eine Mitschülerin ihrer Tochter bei zwei Vorfällen bedroht und bei einem Zwischenfall rassistisch beleidigt. Im Strafantrag der Staatsanwaltschaft werden der 49-jährigen Hausfrau gefährliche Drohung und Beleidigung vorgeworfen.

Die Angeklagte sagte, sie sie nicht schuldig. Verteidiger Serkan Akman beantragt einen Freispruch.

Droh-Anruf

Nach Darstellung der Anklagebehörde hat die Oberländerin im Dezember 2020 bei der 13-Jährigen angerufen und ihr gesagt, sie werde teuer dafür bezahlen, was sie ihrer Tochter angetan habe. Sie werde ihr und ihrer Familie Männer vorbeischicken und sie umbringen lassen. Zudem soll die Angeklagte mit ihren Fingern eine auf die Schülerin gerichtete Pistole geformt und Geräusche einer Maschinenpistole nachgeahmt haben. Des Weiteren wird die 49-Jährigen beschuldigt, sie habe die Schwarzafrikanerin und deren Mutter vor der Schule als stinkende Gorillas bezeichnet, die gar nicht hier in Österreich sein dürften.

Die inzwischen 15-jährige Zeugin nannte am Montag vor Gericht andere Zeitpunkte für zwei angeklagte Vorfälle. Das mutmaßliche Opfer gab überdies zu Protokoll, nicht mehr zu wissen, ob die Angeklagte eine Morddrohung geäußert habe.

Verfahren eingestellt

Die in Afrika geborene Jugendliche wurde im Herbst 2020 verdächtigt, mit Drohnachrichten auf Instagram Cybermobbing gegen die 13-jährige Tochter der Angeklagten betrieben zu haben. Letztlich soll sich aber herausgestellt haben, dass die 13-jährige Mitschülerin der Afrikanerin die Droh- und Hassnachrichten selbst geschrieben hat. Weil die Beschuldigte noch nicht 14 und damit strafunmündig war, hat die Staatsanwaltschaft das wegen des Verdachts der Verleumdung, falschen Zeugenaussage und Fälschung eines Beweismittels geführte Strafverfahren eingestellt.

Psychiatrische Hilfe

Die anwaltlich von Andrea Höfel-Stenech vertretene 15-jährige Zeugin berichtete am Montag im Gerichtssaal, sie habe wegen der Verleumdungen, Drohungen und Beleidigungen und der ungerechtfertigten wochenlangen Suspendierung von der Mittelschule psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen müssen.