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Pensionistin um Erspartes betrogen

06.06.2022 • 16:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Frau gab dem Verurteilten ihr Erspartes. <span class="copyright">NEUE</span>
Die Frau gab dem Verurteilten ihr Erspartes. NEUE

58-Jähriger bezahlte 77-Jähriger Darlehen von 6000 Euro nicht zurück.

Eine hilfsbereite Pensionistin aus dem Bezirk Bregenz hat der mit ihr freundschaftlich verbundene Angeklagte nach den gerichtlichen Feststellungen um einen Teil ihrer Ersparnisse betrogen. Der 58-Jährige hat der 77-Jährigen ein Darlehen von 6000 Euro nicht zurückbezahlt. 

Urteil nun rechtskräftig

Dafür wurde der Unbescholtene mit dem geringfügigen Einkommen im Juli 2021 am Landesgericht Feldkirch wegen schweren Betrugs zu einer teilbedingten Geldstrafe von 1280 Euro (320 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 320 Euro (80 Tagessätze). 960 Euro (240 Tagessätze) wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen.

Das Urteil wurde nun rechtskräftig. Denn der Angeklagte zog seine Berufung zurück. Daraufhin wurde die bereits anberaumte Berufungsverhandlung am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) kurzfristig abberaumt. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit.

Über Rückzahlung getäuscht

Die mögliche Höchststrafe für das Vergehen wäre drei Jahre Haft gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht fünf Monaten Freiheitsstrafe.

Der Angeklagte habe der Darlehensgeberin vorgetäuscht, dass er das geliehene Geld zurückzahlen könne, sagte der Feldkircher Richter Andreas Böhler. Dabei habe er bereits hohe Schulden gehabt. Er hätte der Kreditgeberin sagen müsse, dass er nicht zahlungsfähig sei.

Am 24. Jänner 2019 hatte die Pensionistin dem Angeklagten 6000 Euro geliehen. Schriftlich vereinbart wurde, dass er ihr das Geld schon bis 15. Februar 2019 zurückzahlt. Der Angeklagte sagte vor Gericht, er habe der Frau bis dato noch keinen Cent zurückgegeben. Im Dezember 2019 erstattete die Geldverleiherin Anzeige, nachdem sie bis dahin hingehalten wurde. Zunächst hatte sie ihm kein Geld leihen wollen. Dann gab sie seinem Flehen nach und behob den Betrag bei ihrer Hausbank. Obwohl es sich dabei für sie um viel Geld gehandelt habe, gab sie vor der Polizei an.

Der Angeklagte sagte, er habe keine Betrugsabsicht gehabt. Seine Hoffnungen auf Einnahmen aus drei Quellen, die ihm die Darlehensrückzahlung ermöglicht hätten, hätten sich bislang leider nicht erfüllt. So warte er auf die Rückzahlung eines Privatdarlehens über 450.000 Euro und auf eine Provision als Tippgeber für ein 50 Millionen Euro teures Immobilienprojekt. Zudem würden ihm pro Woche 12.500 Euro aus einem Joint-Venture-Vertrag zustehen.

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