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Handel: Keine Einigung in dritter Runde

11.11.2022 • 20:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beschäftigte im Handel müssen weiter auf ein Ergebnis der KV-Verhandlungen warten. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Beschäftigte im Handel müssen weiter auf ein Ergebnis der KV-Verhandlungen warten. Stiplovsek

Es gibt Kritik am Angebot der Arbeitgeber. Am 22. November gibt es einen nächsten Versuch.

Beim Feilschen um den Kollektivvertrag (KV) in Österreichs Handel kam es auch in der dritte Runde zu keinem Ergebnis. Arbeitgeber und Gewerkschaft konnten sich nicht einigen, die Positionen sind noch zu weit auseinander. Der KV gilt für 430.000 Beschäftigte im Handel, davon sind 25.000 in Vorarlberg. Diese müssen warten, bis die Sozialpartner erneut am 22. November einen Gesprächsversuch wagen.

Kritik an Angebot

Arthur Tagwerker, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA Vorarlberg äußert dazu in einer Aussendung Kritik. Er hebt hervor, dass die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen die Beschäftigten weiter im Regen stehen lassen würden. „Das Angebot der Arbeitgeber ist weiterhin weit weg von dem, was die Beschäftigten angesichts der Rekordteuerung brauchen“, berichtet der Mitverhandler in Wien.

Damit spricht er das Angebot einer steuerfreien Einmalzahlung (drei Prozent) und von vier Prozent Gehaltserhöhung von den Arbeitgebern an. Die Gewerkschaft stieg mit der Forderung nach einer Gehaltserhöhung um 10 Prozent ins Rennen und lehnt Prämien ab.

Arthur Tagwerker,Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA Vorarlberg, übt Kritik am Angebot.<span class="copyright">ÖGB Vorarlberg</span>
Arthur Tagwerker,Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA Vorarlberg, übt Kritik am Angebot.ÖGB Vorarlberg

Tagwerker übt Kritik, dass diese Prämie als großzügiges Angebot und Aufbesserung des Weihnachtsbudgets dargestellt werde. Das bezeichnet er als „beschämend“. Denn die Teuerung wirke dauerhaft. Dies sei ein riesiges Verlustgeschäft für Handelsangestellten, sagt er.

Rekordverlust

Die Fronten seien verhärtet, beschreibt er die Lage. Außerdem hätten sich die Arbeitgeberverhandler so gut wie nicht bewegt. Tagwerker bezeichnet das Angebot als „nicht akzeptabel und eine Verhöhnung der schwierigen Situation, in der sich viele Handelsbeschäftigte angesichts der Rekordteuerung befinden.“ Mit vier Prozent wäre nicht mal die Inflation abgegolten. Dies würde einen Reallohnverlust darstellen, ergänzt er.

Die Betriebsversammlungen werden aufgrund der abgebrochenen KV-Verhandlungen nun auch wieder aufgenommen werden, heißt es. Dabei sollen die Beschäftigten über das „unzureichende Angebot der Arbeitgeber“ informiert werden, erklärt Tagwerker. Dieses Mal sind diese auch während der Arbeitszeiten geplant. „Ein Zeichen, dass es uns ernst ist und wir durchaus Hebel in der Hand haben, um einen guten Abschluss auch mit dem nötigen Druck durchzusetzen“, so Tagwerker.

Auch in der Öffentlichkeit soll ein Zeichen gesetzt werden. In Wien und Salzburg wird es am 16. November erste Kundgebungen geben.

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