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Weihnachtspost mit sozialem Mehrwert

11.11.2022 • 20:36 Uhr
Das „fivetolife“-Team Lisa Allmayer, Christoph Ospelt und Tanja Mähr.   <span class="copyright">Fivetolife</span>
Das „fivetolife“-Team Lisa Allmayer, Christoph Ospelt und Tanja Mähr. Fivetolife

Eine in Liechtenstein ansässige Organisation bietet mit dem Projekt „fivetolife“ eine sinnvolle Alternative zur klassischen Weihnachtspostkarte.

Die Zeiten, in denen massenweise Weihnachtskarten versendet wurden, dürften zwar vorbei sind. Dennoch ist es für viele Unternehmen ein liebgewonnener Brauch, am Ende des Jahres Kundinnen und Kunden, Partnerinnen und Partnern oder auch den Mitarbeitenden einen weihnachtlichen Gruß zu schicken. Diese Gepflogenheit hat sich eine vor einigen Jahren in Vaduz gegründete gemeinnützige Stiftung zunutze gemacht, die den Versand von Weihnachtskarten um einen wohltätigen Zweck erweitert.

„fivetolife – Fünf zum Leben“ heißt die Initiative, wobei sich das Fünf auf fünf Franken beziehungsweise fünf Euro bezieht. Diese Summe ist es nämlich, die eine digitale Weihnachtsmail kostet – die Summe kann allerdings auch auf zehn oder 25 Euro erhöht werden. Zugute kommt dieses Geld einem sozialen Zweck, der in gewisser Weise von Versender und Empfänger ausgewählt werden kann.

Unter den Vorarlberger Spendenorganisationen ist auch Chay Ya. Der Verein kümmert sich um benachteiligte Menschen in Nepal. <span class="copyright">Chay Ya</span>
Unter den Vorarlberger Spendenorganisationen ist auch Chay Ya. Der Verein kümmert sich um benachteiligte Menschen in Nepal. Chay Ya

Konkret können auf der Plattform www.fivetolife.org von einem Unternehmen drei Sozialprojekte ausgewählt werden. Im Weihnachtsmail, das individuell gestaltet werden kann, ist dann neben persönlichen Wünschen auch ein Bon enthalten, den die Empfänger für eines der drei Projekte einlösen können.
Diese Spenden gehen laut den Verantwortlichen von „fivetolife – Fünf zum Leben“ zu 100 Prozent direkt an die Spendenorganisationen. Ab einem Versand von über 50 Mails fällt für teilnehmende Firmen eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr an.

Plattform ausgebaut

Der Liechtensteiner Naturwissenschaftler Christoph Ospelt ist der Gründer der Initiative. Er ist auch Gründer und Geschäftsführer der Lenum AG, einem Dienstleister im Bereich Energie und ­Umwelt für Firmen, Private und die öffentliche Hand. 2012 hatte Ospelt die Idee zum Weihnachtskarten-Projekt. Seit zwei Jahren ist die Plattform nun komplett ausgebaut und vollständig, erzählt Projektleiterin Tanja Mähr.

Unter den Nutzern und Empfängern von „fivetolife – Fünf zum Leben“ befinden sich auch Vorarlberger Unternehmen und Spendenorganisationen. Einer, der die Plattform schon genutzt hat, ist Wolfgang Mähr von Mähr Möbeldesign in Feldkirch: „Zum Jahresende möchten wir unseren Kunden danken – für die gute Zusammenarbeit und das Vertrauen in unsere nachhaltige Wertschöpfung“, wird er zitiert. Und weiter: „Mit der digitalen Weihnachtspost von ‚fivetolife‘ bleiben wir in Kontakt und können damit den Scheinwerfer auf jene Bereiche richten, die Hilfe und Unterstützung benötigen. Ein schöner Weg, ein Zeichen zu setzen und die Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, ökologisch und ökonomisch sinnvoll zu nutzen.“

Ausbildung in Wassertechnik in einem Projekt der Eine-Welt-Gruppe Schlins/Röns in Tansania. <span class="copyright">Michael Luger/Eine-Welt-Gruppe</span>
Ausbildung in Wassertechnik in einem Projekt der Eine-Welt-Gruppe Schlins/Röns in Tansania. Michael Luger/Eine-Welt-Gruppe

Eine der begünstigten Spendenorganisationen mit Sitz in Vorarlberg ist die Eine-Welt-Gruppe Schlins/Röns. Franz Rauch ist Mitglied der Gruppe und sagt: „Wir sehen in der Initiative von ‚fivetolife‘ eine sinnvolle Möglichkeit, den Versand von Weihnachtskarten sinnstiftend zu gestalten und laden Unternehmen ein, mitzumachen. Hauptaugenmerk unseres Vereins ist die Hilfe zur Selbsthilfe: Die Menschen in Afrika vor Ort sollen mit den notwendigen Strukturen und Know-how ausgestattet werden, um auf lange Sicht ihr Leben selbstbestimmt und nachhaltig gestalten zu können.“

Derzeit sind rund 30 Spendenorganisationen auf der Plattform gelistet, berichtet Mähr. Vorgestellt werden an die 100 Sozialprojekte. Etwa 40 Unternehmen hätten im Vorjahr die Möglichkeit genutzt, digitale Weihnachtskarten zu verschicken, so Mähr. Sie betont, dass man auch kleine Firmen ansprechen wolle.

Eigene Projekte

Für Unternehmen ist es auch möglich, selbst eine Spendenorganisation mit auf die Plattform zu bringen, welche sie im Rahmen einer Kampagne begünstigen möchten, heißt es. Aber auch Spendenorganisationen können sich melden, sagt Mähr. Und einen weiteren positiven Aspekt hat das Projekt laut Verantwortlichen noch: Durch den Verzicht auf gedruckte Weihnachtspost würden auch natürliche Ressourcen geschont.

„Jedes Jahr werden von Firmen Millionen von Weihnachtskarten verschickt. Dafür werden unzählige Bäume gefällt, Tonnen von Drucktinte verbraucht und Tausende von Kilometern bei der Kartenverteilung gefahren – und die Karte landet dann kaum beachtet im Müll. Das Ganze kos­tet die Firma mit Druckkos­ten und Porto auch noch geschätzte fünf Euro“, heißt es.

www.fivetolife.org