Wie der Akku von E-Bikes und E-Scootern richtig geladen wird

E-Bikes und E-Scooter können in Brand geraten, weil ihre Lithium-Ionen-Akkus sich entzünden. ÖAMTC Experte gibt Tipps, damit dies nicht passiert.
Zu Beginn der Saison gibt ÖAMTC-E-Mobilitätsexperte Michael Bartl Tipps zur richtigen Aufladung und Lagerung. Sie helfen auch, dass der Akku leistungsfähig bleibt.
Was sind die Ursachen dafür, dass der Akku eines E-Bikes oder E-Scooters in Brand gerät?
Michael Bartl: Prinzipiell ist zu unterscheiden, ob in dem Fahrzeug ein Batteriemanagement eingebaut ist oder nicht. Es überwacht die Temperatur und Spannung der Batterie. Bei E-Bikes ist das Batteriemanagement Standard, denn diese Akkus müssen höhere Leistungen erbringen als diejenigen der E-Scooter. Gerade bei billigeren E-Scootern fehlt das Batteriemanagement oft. Dabei ist es ein sicherer Faktor, dass die Akkus sich nicht entzünden. Wenn es bei Fahrzeugen mit Batteriemanagement dennoch zu einem Brand kommt, ist die Ursache ein Handhabungsfehler, eine Gewalteinwirkung oder eine mechanische Schädigung wie beispielsweise durch einen Sturz.

Worauf ist beim Laden eines E-Bikes oder E-Scooters zu achten?
Bartl: Es sollte das Original-Ladegerät des Fahrzeuges verwendet werden, denn es ist ausgelegt auf die Ladekapazität und Spannung genau dieses Akku-Typs. Es wird empfohlen, dass sich die Akku-Kapazität zwischen 20 und 80 Prozent bewegt. Natürlich werde ich aber ein E-Bike am Abend vor einer Bergtour auf 100 Prozent laden, und das passt auch. Aber wenn ich nur schnell zum Supermarkt um die Ecke fahre und keine größere Tour geplant habe, brauche ich das Fahrrad danach nicht auf 100 Prozent aufzuladen. Permanent zu laden, ist schlecht. Nicht nur wegen der Brandgefahr, sondern auch wegen seiner Leistung. Wichtig ist zudem, beim Ladevorgang in der Nähe zu sein. Das heißt nicht, dass man wie eine Henne auf dem Ei sitzt und immer im selben Raum sein muss. Aber man sollte während des Ladens, was schon fünf Stunden in Anspruch nehmen kann, nicht zu Bett oder zum Einkaufen gehen. Es ist auch so: Wenn ein Akku in Brand gerät, ist das nicht wie eine Explosion, sondern es riecht zuerst nach Rauch und danach sieht man ihn. Bin ich vor Ort und bemerke das, kann ich rasch reagieren.

Was mache ich, wenn der Akku raucht?
Bartl: Das Wichtigste ist, dass ich den Akku von der Stromquelle trenne. Bei E-Bikes ist es danach ratsam, die Feuerwehr zu rufen. Natürlich kann ich den Akku mit Wasser besprühen, aber das dauert bei einem Fahrrad lange. Bei einem E-Scooter kann ich den Akku selbst mit einem Handschuh wegnehmen und kühlen, indem ich ihn vor die Türe stelle oder in einen Eimer Wasser gebe.
Gibt es weitere Tipps zur Pflege und Brandverhinderung eines Akkus?
Bartl: Die Kontaktstellen müssen sauber und trocken sein. Damit die Stecker nicht rosten, kann manchmal ein Öl- oder Kontaktspray verwendet werden.
Wie erkenne ich, dass ein Akku beschädigt ist?
Bartl: Wenn er sich bläht, die Farbe wechselt oder seltsam riecht, stimmt etwas nicht.

Wie werden E-Bikes und E-Scooter wegen der Akkus richtig gelagert? Vor allem im Winter, wenn sie lange Zeit nicht gebraucht werden?
Bartl: Sie sollten in einem trockenen Raum und nicht in der Waschküche gelagert werden. Ratsam ist zudem ein nicht brennbarer Untergrund wie eine Metallplatte oder ein Betonboden. Bei der Winter-Lagerung ist es optimal, den Akku zwischen 30 und 60 Prozent geladen zu haben. Temperaturen von 10 bis 20 Grad sind perfekt für die Lagerung.
Wie werden die Akkus richtig entsorgt?
Bartl: Das Lithium und die seltenen Erden der Akkus können gut aufbearbeitet und wieder verwendet werden. Größere Akkus nehmen Händler gerne zurück, auch kaputte. Ansonsten sind Akkus bei Problemsammelstellen in den Altstoffsammelzentren, Bau- und Werkhöfen abzugeben. Fatal ist, wenn Akkus im Restmüll entsorgt werden. Wenn der Müll zusammengepresst wird, kann ein Akku einen Müllbrand auslösen. Dasselbe gilt übrigens auch für Batterien, sie gehören nicht in den Restmüll.