Jetzt spielt die Austria
um Europa

Die Mader-Schützlinge haben wie angekündigt „keinen Bock in Urlaub zu gehen“ und kreuzen nun im Kampf um einen internationalen Startplatz mit den Wiener Violetten die Klingen.
Der Bundesliga-Aufsteiger aus Lustenau verwandelte gestern Abend nach taktischer Meisterleistung im Halbfinale des Europacup-Play-off gegen Wolfsberg einen 0:1-Rückstand in ein 2:1 nach Verlängerung. Damit findet die tolle Saison ihre Fortsetzung mit den entscheidenden zwei Partien gegen Austria Wien. Die Violetten sind bereits am Donnerstag im Hinspiel des Play-off-Finales im Reichshofstadion zu Gast.
Wie erwartet nominierte Austria-Chefcoach Markus Mader genau dieselbe Startelf, die am Samstag beim 5:1-Heimsieg gegen Hartberg auflief. Hakim Guenouche, der nach der unentschuldigten Trainingsabsenz und den damit verbundenen Verhandlungen mit Austria Wien seit Sonntag ordentlich für Störfeuer sorgte, stand nicht im Tageskader. Für ihn rückte Michael Cheukoua nach.
Von Taktik geprägt
Die Anfangsphase in diesem K.o.-Duell im Europacup-Play-off war durch Taktik geprägt. Und das durch den starken Regen schwer bespielbare Geläuf in der Lavanttal-Arena trug das Seine zum Spielverlauf bei. Ein „Stolperer“ von Goalgetter Thai Baribo verhinderte nach knapp einer Viertelstunde die erste gefährliche Aktion der Wolfsberger.
Auf der anderen Seite dauerte es bis zur 22. Minute, ehe man erstmals vor dem gegnerischen Gehäuse auftauchte. Ein Surdanovic-Schuss wurde von Dominik Baumgartner, der wenig später nach einem Zusammenstoß mit Anderson einen Kopfverband verpasst bekam, in letzter Sekunde abgeblockt. Der Assistent entschied hier auf Abseits, bei einem Treffer wäre allerdings die VAR-Begutachtung interessant gewesen.

APA/GERD EGGENBERGER
Nullnummer zur Pause
Kurz vor der Pause dann noch je eine Möglichkeit. Yadaly Diaby (43.) drang über links in den Strafraum ein, doch WAC-Verteidiger Tim Oermann verhinderte einen platzierten Schuss. Und bei den Hausherren startete Maurice Malone (45.) noch einen Versuch, den Jean Hugonet souverän zunichtemachte. Logische Konsequenz somit die Nullnummer nach der ersten Halbzeit.
Nach dem Seitenwechsel zeigten die Kärntner mehr Initiative, doch die Austria-Abwehr ließ kaum etwas zu. Bei Schüssen des eingewechselten Thierno Ballo (56.) sowie Ervin Omic (74.) war Lustenau-Keeper Domenik Schierl zur Stelle. Nichts zu halten gab es allerdings nach einem Elfmetertor von Baribo (85.). Zuvor ging Malone im Zweikampf mit Matthias Maak zu Boden.

,,Joker” Grujcic stach
Mader reagierte nach dem 0:1 mit einem Dreifachtausch und die Grün-Weißen warfen nun alles nach vorne. Und einer seiner „Joker“, Darijo Grujcic, stach in der Nachspielzeit (90 +6.) eindrucksvoll zu. Der Abwehrrecke traf nach idealer Rhein-Ecke wuchtig per Kopf zum 1:1 und rettete die Seinen in die Verlängerung. Diese verlief auf Augenhöhe. Für die Lustenauer fand der von Grujcic bediente Anthony Schmid (96.) die erste Chance vor, doch WAC-Goalie Hendrik Bonmann klärte. Trotzdem blieb es bei der fast schon unheimlichen Effizienz des Ländle-Teams. Sekunden vor dem Ende der ersten Overtime-Hälfte setzte sich Torben Rhein sehenswert durch, servierte auf Lukas Fridrikas (105.) und der Austria-Topscorer sorgte mit Saisontreffer Nummer 13 für die 2:1-Führung.
Fridrikas (119.) hatte dann die Chance den Sack endgültig zuzumachen, doch zuvor musste sich Schierl gegen Adis Jasic (111.) auszeichnen. Mehr hatten die Wolfsberger aber nicht mehr entgegenzusetzen, die Moral und der Einsatzwillen der Lustenauer führte am Ende zum verdienten Lohn.