Grüne für mehr Bäume und weniger Beton

Die Grünen warnen vor den Folgen des Klimawandels und fordern im Sommer vor dem nächsten Wahljahr mehr Bäume und weniger Beton.
Dass es einen Unterschied zwischen Wetter und Klima gibt, ist ein Mantra, das Experten all jenen vorbeten müssen, die in jedem Regentag eine Widerlegung des Klimawandels erblicken. Insofern spielte nur das Wetter nicht mit, als die Grünen am Dienstag zwar bei Sonnenschein aber doch nach tagelangem Schlechtwetter eine Sommerlochpressekonferenz zum Thema Hitze abhielten.
„Mehr Grün statt Grau“, forderten dabei Landessprecherin und Klubobfrau Eva Hammerer und der Raumplanungssprecher im Landtag Bernie Weber. Konsequenterweise verwiesen sie auf die aktuell weniger angenehmen Zustände in anderen Teilen Europas: „Vor zwei Wochen führten Waldbrände auf Rhodos zu Massenevakuierungen, am Wochenende haben sintflutartige Regenfälle den Süden Österreichs und Sloweniens überschwemmt. Hitzerekorde und Überschwemmungen geben uns einen Vorgeschmack darauf, was auf uns zukommt, wenn wir nicht schnell handeln“, so Hammerer.
Bäume pflanzen
Das aktuelle Wetter konnte auch nicht über die Statistik hinwegtäuschen: Die Zahl der Hitzetage pro Jahr habe sich in Bregenz verdreifacht, so die Grünen, die ein Jahr vor der Landtagswahl nun Sofortmaßnahmen einfordern. „Mittlerweile sterben in Österreich mehr Menschen an der Hitze als bei Verkehrsunfällen“, erklärte die Klubobfrau bei der Pressekonferenz in Hard. „Es ist unsere Verantwortung, die Menschen zu schützen“, ist Hammerer überzeugt. Da besonders junge und alte Menschen durch die Hitze gefährdet seien, wünschen sich die Vorarlberger Grünen vor Schulen, Kindergärten, Altersheimen oder Spitälern mehr Bäume. Gleiches fordert man für Verkehrsknotenpunkte wie Haltestellen. Weber stellt sich plakativ für jeden Dorfplatz einen Brunnen und fünf Bäume vor.
Auch Fassaden- und Dachbegrünungen gehören zum Forderungsprogramm. Sie kühlten die Umgebung, speicherten Wasser, schafften Lebensraum für Tiere und Pflanzen, reinigten die Luft und reduzierten Lärm, so Weber. „Wir setzen uns daher zum Ziel, dass in den nächsten fünf Jahren alle Gebäude im Eigentum des Landes begrünt werden“, hoffen die Grünen auf eine weitere Regierungsbeteiligung nach der nächsten Wahl.
Keine Freunde des Betons
Weniger Freude hat man bei den Vorarlberger Grünen wenig überraschend mit versiegelten Flächen. Beton sei „der Hitzespeicher schlechthin“. Große versiegelte Flächen würden nicht nur zu Hitzestau führen, sondern auch das Versickern von Regenwasser verhindern und so Überschwemmungen begünstigen. „Ersetzen wir Asphalt auf Parkplätzen durch Kies oder Rasengittersteine, damit Wasser versickern kann. Das kühlt an heißen Tagen und schützt bei Starkregen vor Schäden“, schlug Hammerer vor. Die Grünen wollen alle jene Plätze und Orte, an denen sie sich Baumpflanzungen wünschen, auch entsiegeln.

Änderung des Baugesetzes
Um mehr Grün statt Grau zu ermöglichen, schlagen die Grünen unter anderem vor, eine Grünflächenzahl im Baugesetz und Straßengesetz zu verankern. „Damit garantieren wir, dass bei künftigen Bauvorhaben ausreichend Grünflächen im Verhältnis zu Bebauung freigelassen beziehungsweise geschaffen werden“, so Weber. Angesichts der jüngsten Novelle des Baugesetzes dürfte dieses Ansinnen beim Koalitionspartner aber wohl nicht durchzusetzen gewesen sein.
Als Positivbeispiel nannten die Grünen den Platz vor der Volksschule Markt in Hard, wo auch die Pressekonferenz stattfand. Dort seien „rund 440 Quadratmeter Asphaltfläche aufgerissen und bepflanzt“ worden. „Mit etwas Mut und politischem Willen können wir alle Parkplätze, Schulhöfe und Marktplätze zu grünen Oasen und Straßen zu Alleen machen“, so Hammerer.