“Ich merkte direkt: Das wird mein Café!”

Johanna Fitsch erfüllt sich mit ihrer „La Torteria“ einen Kindheitstraum. Die NEUE am Sonntag war vor der Eröffnung zu Besuch.
Dass am Freitag in Gaschurn ein Café mit dem Namen „La Torteria“ eröffnete, ist gewissermaßen drei Gründen zu verdanken: Der Lyrik, den Menschen im Montafon und einer sympathischen Jungunternehmerin, die ihren Kindheitstraum in die Realität umgesetzt hat.
Zu Beginn Letztere: Johanna Fitsch ist 26 Jahre jung und Montafonerin. „Zuerst habe ich Matura gemacht, denn man weiß ja nie, was kommt. Mit 18 startete ich dann meine Lehre als Konditorin“, erzählt Fitsch, die „immer schon“ Konditorin werden wollte.

Nach ihrer Lehre im „SchokoMus“ in Feldkirch arbeitete die Gaschurnerin als Chef Pâtissiere im Alpenhotel in Schruns und absolvierte die Meisterprüfung als Konditorin. Der Traum vom eigenen Café im Montafon aber blieb – und diesen verriet sie im Sommer 2023 auch der NEUE am Sonntag. „Eigentlich wäre das bei mir vor Anfang oder Mitte 30 kein Thema gewesen“, blickt sie heute darauf zurück. „Aber die Resonanz auf den Artikel war riesengroß und über 20 Locations haben mich angerufen und gefragt, ob ich das bei ihnen machen will. Da habe ich mir gedacht: Wieso eigentlich nicht?“
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Gaschurn als erste Wahl
Die Suche nach dem passenden Standort für das Café grenzte sie rasch ein: „Es stand nie außer Frage, dass ich das Café in Gaschurn eröffnen will.“ Erst habe sie eine Location am Dorfplatz ins Auge gefasst, das sei aber mit mehr als 300 Quadratmetern zu groß gewesen. „Am selben Tag, als ich darüber Gespräche geführt hatte, rief mich der Verpächter vom jetzigen Standort an und meinte, er habe etwas für mich. Ich besichtigte den Ort und merkte direkt: Das wird mein Café!“

Was zuvor ein Lager war, gestaltete Fitsch in vier Monaten zu einem einladenden Café um. Viel Holz, gemütliche Bänke und Stühle und sogar eine Couch geben der „La Torteria“ ein Wohnzimmer-Feeling. Im Zentrum des Gästeraumes steht eine Theke, in der Fitsch ihre süßen Köstlichkeiten wie Pralinen und Törtchen ausstellt. Ein besonderer Hingucker sind die Tische im Außenbereich des Cafés, die ein Kollege der Konditorin aus dem Musikverein selbst gebaut hat.

Auf der Karte findet man neben diesen auch Backwaren, Kaffee in verschiedenen Ausführungen, Wein und Bier. Freitags gibt es nach Reservierung ein Frühstück. Zu Anlässen backt Johanna Fitsch auf Vorbestellung auch Torten zur Abholung.
An einer Wand in „La Torteria“ findet man Bilder und ein Regal mit verschiedenen kleinen Geschenken und Mitbringseln. „Das meiste ist von ‚Montafoner Heimat‘, das machen meine Mama und meine Tante selbst. Die Bilder sind von einer Freundin aus dem Silbertal. In Zukunft will ich noch mehr Produzenten aus der Region eine kleine Bühne bieten“, erklärt die Konditorin. Im Montafon hält man eben zusammen.

Genehmigungen
Neben der Einrichtung des Cafés und der Gestaltung der Speisekarte bedeutet die Neueröffnung eines Cafés vor allem: viele Behördengänge. „Ich brauchte eine Betriebsanlagengenehmigung, da checkt die Behörde alles durch: Hochbau, Tiefbau, Küche, WCs und Hygiene und so weiter.“ Etwa sechs Monate habe es gedauert, bis alles genehmigt war, erzählt Fitsch. Als Einzelunternehmerin ist so eine Eröffnung auch darüber hinaus eine große Aufgabe: „Jeder Seifenspender, jeder Löffel – man muss an alles denken.“

Gedicht zum Geburtstag
Was hat das Café nun aber mit der Lyrik zu tun? „Meine beste Freundin hat mir zum 16. Geburtstag ein Gedicht geschrieben. Darin steht: „Johanna macht irgendwann ihre ‚La Torteria‘ auf.“ Für mich war der Name meines Cafés also immer schon klar“, schmunzelt Johanna Fitsch. „Das ist jetzt zehn Jahre her. Im Gedicht hat sie das Café hier in Gaschurn genauso beschrieben, wie es jetzt gekommen ist.“ Geradezu poetisch.
