Allgemein

Ein Meisterwerk ohne Preis

05.02.2026 • 07:00 Uhr
Kinostarts, Filme der Woche, No Other Choice
Wenn der Jobverlust alles kostet und aufzeigt, wie dünn die Grenze zwischen Moral und Überleben sein kann.filmladen

Man-su kämpft mit drastischen Mitteln und ziemlich verzweifelt nach seiner Entlassung als Ingenieur um seinen Job.

Lee Byung-hun verkörpert Man-su, den Ingenieur einer Papierfabrik, der eines Tages entlassen wird. Verzweifelt versucht er, eine gleichwertige Anstellung zu finden, während seine Familie nach und nach alle Annehmlichkeiten verliert und letztlich sogar das mühsam finanzierte Haus aufgeben muss. Nach langer erfolgloser Jobsuche greift er zu drastischen Mitteln und überschreitet dabei moralische Grenzen. Um für seine Familie zu sorgen, ist er zu allem bereit. Wie oft im südkoreanischen Kino, zeichnet sich der Film durch eine Mischung aus Gesellschaftskritik, Humor und Gewalt aus. Kontrastiert wird die teils brutale Handlung durch visuelle Schönheit.

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Gesellschaftskritisch

Der Regisseur Chan-wook arbeitet mit ungewöhnlichen Blickwinkeln und Bildachsen. Mal blickt die Zuschauerin aus der Froschperspektive auf das Geschehen, mal von oben herab. Oft werden die Bilder spielerisch überblendet. Man kann sich kaum sattsehen an jeder Einstellung. Auch der Soundtrack ist besonders. Eine Slapstick-hafte Szene, in der Man-su mit zwei anderen Leuten auf dem Boden um eine Waffe ringt, ist mit einem K-Pop-Hit aus den 80er-Jahren von Cho Yong-pil unterlegt. Auf Youtube finden sich unter dem Song inzwischen zahlreiche Kommentare von Fans des Films. Der Film überzeugt mit seiner Bildsprache und einem unterhaltsamen Plot, gibt aber auch interessante Einblicke in die südkoreanische Gesellschaft. Etwa in die Tatsache, wie wichtig dort vielen Menschen Status ist. In Korea, erklärt Man-su an einer Stelle, sagt man nicht, man sei „gefeuert“ worden. Entlassen zu werden, heiße: „Kopf ab!“. Jeder, der in der heutigen kapitalistischen Gesellschaft seinen Lebensunterhalt verdienen muss, hegt diese tiefe Angst vor Arbeitsplatzunsicherheit“, sagte der Regisseur Park Chan-wook. In „No Other Choice“ spart er nicht an Kapitalismuskritik.

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