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Führung beginnt mit Selbstvertrauen

11.04.2026 • 10:00 Uhr
Führung beginnt mit Selbstvertrauen
Sandra Jehle begleitet Frauen auf ihrem Weg in verantwortungsvolle Positionen und setzt dabei auf Klarheit, Selbstvertrauen und Mut. Stiplovsek

Die neue EPU-Serie beginnt mit Sandra Jehle. Die Beraterin und Coachin begleitet speziell Frauen auf ihrem Berufsweg in verantwortlichen Positionen. Die 51-Jährige war selbst viele Jahre Geschäftsführerin, bevor sie sich als Ein-Personen-Unternehmerin selbständig gemacht hat.

Sie verzichtet gern auf Etiketten und macht sich lieber für Inhalte stark. Einer ihrer Schwerpunkte, für die Sandra Jehle, Beraterin und Coachin aus Hörbranz, merklich brennt, ist es, andere Frauen in ihrem Beruf aufzubauen und in Richtung einer verantwortlichen Position zu bringen. Klarheit, Fokus, Selbstvertrauen zu wecken. Ein selbstbewusstes Auftreten, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, Aufgaben zu delegieren, Visionen zu entwickeln, Mitarbeiter zu führen, all diese Kompetenzen und noch mehr wachzurufen, darum geht es der Beraterin. Dabei arbeitet sie zum einen direkt mit den Frauen – und Männern -, zum anderen geht sie auch in Unternehmen und gibt ihren Input und neue Impulse weiter. „Alle suchen Fachkräfte – dabei sind die besten Mitarbeiterinnen oft schon lang in der Firma. Man übersieht sie vielleicht nur.“ Zum Beispiel, weil sie ja schwanger werden könnten und dann, mit Kindern, vielleicht Teilzeit arbeiten. „Lange Jahre Teilzeit gearbeitet zu haben, bedeutet für die Frauen aber schmerzhafte Einbußen bei der Rente. Auch Pensions-Splitting zum Beispiel kennen viele nicht“, sagt Jehle. Sie selbst ist für die Frauen, die ihr in der Beratung gegenübersitzen, oft ein Vorbild: 22 Jahre lang war sie bei Glatz Stempel in Bregenz Geschäftsführerin. „Da habe ich so viele Frauen, oft auch Kundinnen, kennengelernt, mit viel Potenzial, das einfach nicht, teils auch von den Frauen selbst nicht, erkannt wurde. Frauen werden zu selten zu Führungskräften hin gefördert und entwickelt“, ist das Fazit der 51-Jährigen. Sie hat sich vor gut einem Jahr selbständig gemacht, ein Schritt, den sie nicht bereut, sondern empfehlen kann.

Führung beginnt mit Selbstvertrauen
Sandra Jehles Ziel ist es, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen und sie auf diesem Weg gezielt zu stärken.

Begleitet auf dem beruflichen Weg

Zunächst einmal geht es für die Klientinnen und Klienten, die sie betreut, darum, sich klarzuwerden: „Was will ich?“ Dann ist oft der nächste Schritt, zu sagen: „Das kann ich!“ Das fällt Frauen oft schwerer als Männern, weiß Jehle. Wenn eine Stelle mit mehreren Qualifikationen ausgeschrieben ist, bewirbt sich der Mann einfach mal, wenn er nur wenig der Anforderungen erfüllt, während eine Frau lange überlegt, ob sie sich überhaupt bewerben soll, auch wenn sie den Großteil der Anforderungen erfüllt. Tut sie es dann, hat sie über alle Konsequenzen reiflich nachgedacht und ist besser vorbereitet. Trotzdem fangen die Schwierigkeiten für die Frau, bekommt sie die Stelle, manchmal erst an. Zum Beispiel, indem sie mit dem Klischee der „Quotenfrau“ oder der „Rabenmutter“ zu kämpfen hat. Hat sie sich an Jehle gewandt, wird sie von ihr in jeder Phase unterstützt. Was sind die Ziele ihrer Klientin, was die Herausforderungen? Welche Glaubenssätze und Verhaltensmuster halten sie davon ab, ihre Ziele zu erreichen und wie können sie aufgelöst werden? Zunächst geht es um persönliche Themen, die berufliche Absichten torpedieren. Später geht es oft um ganz konkrete, konfliktreiche Situationen, die ihre Klientin in der neuen beruflichen Rolle erlebt. Jehle bietet ihr den Raum, das eigene Verhalten zu reflektieren und konstruktive Umgangsweisen mit Konflikten zu finden. „Allein schon räumlich aus der Firma herauszukommen und in diesen geschützten Raum zu kommen, macht etwas mit den Frauen“, sagt Jehle, indem sie mit einer Geste ihren Coaching-Raum einfasst. Es ist ein ansprechender Raum mit einer hohen Decke und einer weiten Aussicht durch große Fenster. Das Gefühl, wenn man dort sitzt, ist: Es gibt eine Perspektive.

Führung beginnt mit Selbstvertrauen
Die Beraterin unterstützt Frauen dabei, ihr Potenzial zu erkennen und den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen.

Kollektive und individuelle Schwierigkeiten

Die braucht auch die Mentorin Sandra Jehle für sich in der Arbeit. Denn häufig haben die Frauen, mit denen sie arbeitet, mit Widerständen zu tun, die aus einem kulturell und strukturell geformten Frauenbild stammen – das im Übrigen auch die Frauen selbst häufig tradieren. Dazu kommt, dass die Kinderbetreuung nicht gut genug ausgebaut ist, dass Carearbeit und Pflege meist den Frauen obliegt, dass es zu finanziellen Aspekten zu wenig Aufklärung und zu viele Tabus gibt. Wenn Paare sich dann scheiden lassen, bleibt für Frauen nicht nur der Spagat zwischen Kinderbetreuung und Beruf, sondern auch ein finanzielles Desaster. Wenn Frauen dann vielleicht noch übertrieben perfektionistisch sind, hat Jehle viele Punkte, an denen sie ansetzen kann.

Führung beginnt mit Selbstvertrauen
Mit viel Freude begleitet sie Frauen dabei, ihren eigenen beruflichen Weg zu finden und zu gehen.

Die Beraterin selbst hat die Handelsakademie besucht und ist danach gleich ins Berufsleben gestartet. Für das Bregenzer Unternehmen Glatz hat sie den Schweizer Markt aufgebaut und später die Geschäftsführung für Glatz Stempel übernommen. Nach einem Jahr Auszeit hat sie eine Coachingausbildung gemacht und beschlossen: „Ich bringe Frauen auf ihren eigenen Weg!“ Wichtig ist ihr dabei: Es nützt wenig zu sagen „Trau dich doch, du kannst es!“. Die Veränderung muss von innen kommen. Es ist ein Weg, auf dem die Frauen sich selbst näherkommen, lernen, sich mehr zuzutrauen. „Je mehr Frauen in verantwortungsvolle Positionen kommen, desto weniger müssen wir darüber sprechen, dass das Frauen sind“, resümiert Sandra Jehle.

kontakt

Sandra Jehle

Beraterin und Coachin

Krüzastraße 4, Hörbranz

Tel. 0664-2233945

E-Mail: sandra@sandrajehle.at

Web: www.sandrajehle.at