Ein Leben mit Tourette

Der am Tourette-Syndrom leidende John muss in „Verflucht Normal“ seit seiner Jugend körperliche Verletzungen und Missverständnisse durch seine Mitmenschen ertragen.
Seine eigene Mutter verbannt John dauerhaft vom Esstisch, weil er spuckt und Flüche ausstößt. Doch er kann nicht anders. Im Original trägt das Werk den doppeldeutigen Titel „I Swear“ und zeigt, wie aus einem selbstbewussten Jugendlichen, der sogar Hoffnungen auf eine Fußballkarriere hat, ein junger Mann wird, der kein selbstständiges Leben führen kann. Schuld ist Tourette. Die ständigen Ticks – Rufe, Zuckungen und wilde Flüche – machen den Alltag für ihn und seine Angehörigen zum Spießrutenlauf. Doch kaum jemand kennt die Krankheit. Auf Nachsicht kann John nicht hoffen. Ohne Job, ohne Perspektive und unter starken Medikamenten trifft er auf seinen alten Schulfreund Murray, der aus Australien zurückgekehrt ist, um seine vermeintlich todkranke Mutter zu begleiten. Dottie wird bald für John zu einer Art zweiten Mutter, die ihn ermutigt, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Das gelingt aber nicht auf Anhieb.
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Ungewollte Komik
Der Film beruht auf wahren Begebenheiten und geht so unter die Haut. Oft mag man wegsehen, weil man schon wieder das nächste Unglück heraufziehen sieht, eins schlimmer als das andere. Etwa, wenn sich John von seinem neuen Nachbarn dazu überreden lässt, als Drogenkurier auszuhelfen und in einer Fußgängerzone herumschreit: „Heroin zum halben Preis!“ – kurz bevor er einer Polizeistreife begegnet. Doch gibt es dann immer wieder die Szenen, in denen es Regisseur Kirk Jones gelingt, so überzeugend die Kraft menschlicher Wärme zu transportieren, dass man unbedingt am Ball bleiben und mitfiebern möchte. Die eigentlich ungewollte Komik, die Tourette mit sich bringen kann, geht auch dadurch keineswegs verloren.




