Streit eskalierte in Lochau: Busfahrer mit der Faust ins Gesicht geschlagen

18-Jähriger wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht.
Ein 18-jähriger Syrer aus dem Unterland musste sich am Landesgericht Feldkirch wegen schwerer Körperverletzung verantworten. Dem Mann wurde vorgeworfen, Anfang Jänner in Lochau einem Busfahrer nach einer Auseinandersetzung einen Faustschlag ins Gesicht versetzt zu haben. Der ebenfalls aus Syrien stammende Lenker erlitt dabei einen Bruch der Kieferhöhlenwand und musste im Krankenhaus behandelt werden.
Der Angeklagte bekannte sich schuldig und übernahm die Verantwortung. Auslöser war der Verdacht des Busfahrers, der junge Mann und seine Begleiter hätten Schneebälle gegen den Bus geworfen. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung, bei der der Busfahrer Handyfotos vom nunmehr Angeklagten machte. Danach fuhr er weiter. Doch die beiden trarfen an diesem Abend erneut aufeinander. Diesmal verlangte der Angeklagte, dass die Fotos gelöscht werden. Es kam wieder zum Streit. Der Busfahrer habe ihn am Arm gepackt, schilderte der Angeklagte. Er habe sich losgerissen und einmal mit der Faust ins Gesicht geschlagen.
„Ich weiß nicht, warum ich zugeschlagen habe. Aver es war nicht notwendig. Ich würde das nie wieder tun“, sagte der 18-Jährige vor Gericht. Er habe sich schon früher entschuldigen wollen, der Busfahrer habe das damals aber nicht gewollt. Nun entschuldigte er sich erneut und erklärte sich bereit, gemeinnützige Arbeit zu leisten.
Die Verteidigung regte eine Diversion an. Im Laufe des Verfahrens stellte sich heraus, dass der Vater des Angeklagten ein Arbeitskollege des Busfahrers ist – einer der beiden das bei der Auseinandersetzung gewusst hatte. Der Vater hatte sich bereits bei seinem Kollegen entschuldigt. Auch der Angeklagte bat den Busfahrer vor dem Verhandlungssaal um Entschuldigung, die dieser annahm.
Nach der persönlichen Aussöhnung im Gerichtssaal stellte das Gericht das Verfahren diversionell ein. Richterin Sabrina Tagwercher gab dem 18-Jährigen noch mit auf den Weg: „Nützen Sie diese Chance. Sie sind mit einem blauen Auge davongekommen.“