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Sommer, Sonne, Kinderlachen

15.08.2026 • 11:30 Uhr
Sommer, Sonne, Kinderlachen
Ki-generiert

Die Ferien werfen die Frage auf, wie Familie und Beruf stärker verbunden werden können.

Wer in den Sommerferien in einer Pause oder im Zuge eines Einkaufs durch die Fußgängerzone geht, dem fällt eines sofort auf: Es ist bunter als sonst. Unter die geschäftigen Erwachsenen, die geradlinig von A nach B gehen, mischen sich Kinder. Kinder, die ihre Nasen an Schaufenster drücken, Kleinkinder, die in wackeligem Zick-Zack die gesamte Breite der Gassen ausnützen, Teenager, die versuchen, ihre Großeltern von der Notwendigkeit eines Zwischenstopps beim Dönerladen zu überzeugen.

Die Ferien machen für viele Eltern das Leben nicht nur herausfordernd in der Organisation, sondern für uns alle bunter. Und sie regen mich jedes Jahr wieder an, darüber nachzudenken, ob wir nicht unsere Gesellschaft insgesamt etwas durchdrungener zwischen den Sphären Familie und Beruf gestalten könnten.

Könnten wir nicht dort und da auch Arbeitsplätze umsetzen, die es ermöglichen, dass Kinder wie selbstverständlich dabei sind? Könnten wir nicht Vätern, Müttern und Kindern die Chance geben, Verbindungen zwischen ihren Lebenswelten zu schaffen, die über einen Aktionstag im Jahr hinausgehen? Für viele mag das utopisch klingen oder innere Abwehr erzeugen. Ich denke hier sicher nicht an Kinder, die im OP-Saal dabei sind. Aber Teams, die die sprichwörtlichen Dörfer bilden, um Kinder im Arbeitskontext zu integrieren, dürfen schon angedacht werden. Vielleicht müssten wir uns dann von dem einen oder anderen Bild lösen, was wir als das Beste für Kinder verstehen. Das Beste kann so viel sein, das zwischen der idealisierten Rolle der Mutter und dem perfekten außerfamiliären Bildungsangebot liegt. Zu lernen, dass Menschen unterschiedlich sind, zu erfahren, dass Personen, die gar nicht zur Familie gehören, mir zugewandt und offen Zeit widmen, einmal einen Moment warten zu müssen (nicht nur die Kinder!), das ist die eine Seite. Die andere Seite wäre ein neuer Blick auf Leistung. Vor kurzem hat eine Kollegin ihren 3-jährigen Sohn mit ins femail gebracht. Während einer Beratung habe ich mich mit dem Jungen beschäftigt. Am Abend erzählte der Dreijährige von der halben Stunde und meine Kollegin erklärte ihm: „Das war meine Chefin.“ Seine Reaktion: „Sie hat gut gearbeitet.“

Lea Putz-Erath KOmmentar
Lea Putz-Erath ist Geschäftsführerin von femail. Sie studierte Tourismusmanagement und Soziale Arbeit. Promotion in Erziehungswissenschaften.