Flora

Altbekannte Wanderfreunde und kulinarische Highlights

02.02.2024 • 23:00 Uhr
Der Aufstieg zum Henseler am Dünserberg. <span class="copyright">Gerhard Vylet</span>
Der Aufstieg zum Henseler am Dünserberg. Gerhard Vylet

Wanderführer Hertha Glück und Gerhard Vylet wandern vom sonnigen Dünserberg zum Gerachhaus. Sie treffen eine alte Freundin und beobachten die Rodler.

Man könnte meinen es ist schon April, so wie das Wetter in den letzten Tagen zwischen Schneefall, Regen und Sonnenschein wechselte. Bei dieser Wanderung auf dem Dünserberg kann man die Natur bei fast jedem Wetter genießen und sich im Gerachhaus kulinarisch verwöhnen lassen.

Über Bergwiesen zum Waldrand

Bei der Busstation „Boden“ finden sich auch die Sommerwegweiser, pinkfarbene für den Winter sind nicht zu sehen. Der offizielle Winterwanderweg folgt allerdings den Wegen des Sommers und ist im unteren Teil vielleicht frühlingshaft ausge­apert. Zuerst geht es auf der Straße ein wenig abwärts nach Rongelonsch. Bei dem Bauernhof war einst die Bergstation einer kleinen Seilbahn, doch davon ist nichts mehr zu sehen. Nach der Hofstatt steigt der Weg in Richtung Henseler an, bringt einen an einer kleinen Tenne vorbei über die Bergwiesen zum Waldrand. Dort steht günstig platziert eine Bank, von der aus man den Ausblick genießen kann. Danach geht es auf einem schmalen, romantischen Waldweg über ein paar kleine Wasserläufe hinauf zu den Wiesen beim Henseler.

Auf dem Weg zum Gerachhaus. <span class="copyright">Vylet</span>
Auf dem Weg zum Gerachhaus. Vylet

Kurzbeschreibung

Besonderes: Wintervergnügen hoch über dem Walgau, bei dem je nach Wetter ab satt grünen Wiesen hinauf in den Schnee gewandert wird.

Anforderung und Gehzeit: es sind insgesamt circa drei Stunden Gehzeit und circa 370 Höhenmeter im Auf und Ab des Wegverlaufs

Markierungen: pinkfarbene Winterwegweiser teilweise vorhanden, Sommerwegweiser gelb-weiß, weiß-rot-weiß

Charakter der Wege: Winterwanderweg, gestapft oder planiert

Kultur und Natur: Gerachhaus, Fernsehturm

Anziehen und Mitnehmen: Wanderkleidung je nach Witterung, Wanderstöcke eventuell mit Tourenteller, Grödel oder Schneeschuhe je nach Schneelage

Einkehrmöglichkeiten: Gerachhaus

Start und Ende: Dünserberg Boden, Bus Linie 550 „Dünserberg Boden“

Hinauf zum Gerachhaus

Zwischen den ersten Hütten führt der Weg nach links, über die Wiese hinauf zum Wald. Auch im Schnee ist die Wegspur hinauf zum Älpele und Sendeturm nicht zu übersehen. Im Winterwald sticht eine Traubeneiche hervor, an deren Ästen noch das Herbstlaub hängt. Bei der Sagentafel schwenkt auch die Wandergruppe der Wanderführerin Monika Sturn, welche mit Schneeschuhen unterwegs ist, in den Waldweg ein. So sind auch die letzten Meter des Aufstiegs durch den verschneiten Wiesenhang zum Dünser Älpele gut vorgespurt. Erinnerungen an die sommerliche Betriebsamkeit hier beim Älpele lassen einen die winterliche Ruhe umso mehr genießen. Den Spuren im Schnee weiter folgend, wird zuerst die Wiese über der Alphütte und danach ein Wald durchschritten. Ab dem Waldrand hat man das Gerachhaus der Naturfreunde im Blick und mit wenigen Schritten erreicht. Wie im Sommer am Dünser Älpele sorgt hier im Winter Florian Burtscher mit seinem Team für kulinarische Köstlichkeiten.

Das Gerachhaus bietet den Wanderern viele Köstlichkeiten. <span class="copyright">Vylet</span>
Das Gerachhaus bietet den Wanderern viele Köstlichkeiten. Vylet

Aussichtsreicher Rückweg

Ob auf der sonnigen Terrasse oder in der gemütlichen Stube, nach einer Stärkung im Gerachhaus nimmt man den Rückweg gerne in Angriff. Der planierte Wanderweg ist auch als Rodelstrecke beliebt. Über ein paar Kehren windet sich die Wander- und Rodelpiste mit Blick zum bewaldeten Dünser Horn zum Sattel hinunter. Hier und im weiteren Verlauf bis zum Wald bei Winkel begeistert der schöne Ausblick. Über den Walgau schaut man auf die weiß angezuckerten Gipfel des Rätikons von der Zimba bis zu den Drei Schwestern. In größerer Entfernung sind auch die Gipfel der Churfirsten im Schweizer Toggenburg zu sehen. Besonders markant zeigt sich dort der Hinderrugg. Auf dem nicht sehr steilen Weg wird man von den Rodlern überholt. Beeindruckend sind auch drei Fichten am Wegesrand, die aus der Entfernung wie ein einzelner Baum aussehen. Hier zweigt Monika Sturn mit ihrer Gruppe wieder ins Gelände ab, nachdem sie kurz auf dem offiziellen Weg unterwegs war. Schließlich taucht man weiter unten bei Winkel wieder in den Wald ein. Der präparierte Wanderweg endet beim Parkplatz bzw. bei der Bushaltestelle. Mit dem Ausgangspunkt Boden im Blick ist es auf der Straße nun nicht mehr weit zurück.

Der Blick zur Schesaplana und Zimba. <span class="copyright">Vylet</span>
Der Blick zur Schesaplana und Zimba. Vylet

Eine altbekannte Wanderfreundin

Im Gerachhaus konnten wir uns mit unserer Wanderführer-Kollegin Monika Sturn unterhalten. Im Laufe des Gesprächs erfuhren wir unter anderem etwas über ihre Motivation und Leidenschaft, als Wanderführerin tätig zu sein. Sie hat zuerst ihre Leidenschaft für Yoga und jetzt jene für die Berge durch einige Ausbildungen professionalisiert. Nun ist sie auch als Yogalehrerin und Wanderführerin beruflich tätig. Wir fragten sie, wie und ob sich diese beiden doch so unterschiedlichen Bewegungsformen ergänzen, darauf sagte Monika Sturn: „Einfach gesagt, kann beides Körper und Seele in Einklang bringen. Praktiziert man Yoga, so verbinden sich Körper, Geist und Seele und man wird wieder eine Einheit und kann so vieles klarer sehen. Auch das Wandern hat einen spürbaren Effekt auf Körper und Seele, man fühlt sich wieder wohl im Körper und ist ganz geerdet.“
Mit den beiden Ausbildungen verbindet sie diese Bewegungsarten, was ihr ganz besondere Erlebnisse in der Natur ermöglicht. Das Spezielle an ihren Wanderungen beschreibt sie so: „Ich möchte, dass meine Wanderungen ein ganzheitliches Erlebnis sind. Die Natur erleben, in die Stille und Ruhe kommen, ganz zu sich finden, das ist mein Anspruch. Ich möchte den Teilnehmern die Schönheit unserer einzigartigen Natur näherbringen. Wenn sie dann noch eine Yoga-Einheit in der Natur genießen können, ergibt dies ein besonders intensives Erlebnis.“
Den Dünserberg bezeichnet Monika Sturn als ihre Heimregion, sie verbindet viel mit dieser besonderen Landschaft: „Hier habe ich angefangen zu wandern, hier fühle ich mich wohl, ich kenne viele Wege und kann Varianten wählen, wenn es notwendig ist. Der Dünserberg ist mit dem Bus gut zu erreichen. Und auch die Einkehrmöglichkeiten im Gerachhaus und „Älpele“ sind sehr attraktiv. Die Familie Burtscher führt die beiden Betriebe mit viel Leidenschaft.“

Monika Sturn ist eine altbekannte Wanderfreundin von Gerhard Vylet und Hertha Glück. <span class="copyright">Vylet</span>
Monika Sturn ist eine altbekannte Wanderfreundin von Gerhard Vylet und Hertha Glück. Vylet

Pflanzenkunde

Die Traubeneiche (Quercus petraea), auch Wintereiche genannt, kann bis zu 800 Jahre alt werden und hat eine starke Pfahlwurzel. Sie kann von der Stieleiche an den Blättern unterschieden werden. Diese haben einen ein bis eineinhalb Zentimeter langen Blattstiel, die Blattflächen sind am Grund in den Stiel keilförmig vorgezogen, aber nicht wie bei den Stieleichen geöhrt. Bei jungen Bäumen bleiben die herbstlich braun verfärbten Blätter oft den ganzen Winter am Baum.

Die Blätter der Traubeneiche. <span class="copyright">Vylet</span>
Die Blätter der Traubeneiche. Vylet