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So vermeidet man auf Reisen Fettnäpfchen

06.06.2024 • 23:00 Uhr
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Bei Taxifahrten ist es üblich, aufzurunden.Shutterstock/Symbolbild

Die Vorarlberger sind in Reiselust. Damit im Urlaub peinliche Situationen vermieden werden, hat die NEUE die wichtigsten Regeln und Sitten zusammengefasst.

Die meisten können den Sommerurlaub kaum erwarten. Die Reiselust der Vorarlberger ist trotz Teuerung groß, zeigt ein Rundruf der NEUE bei diversen Reisebüros im Land. Rainer Nägele von Nachbaur Reisen mit Filialen in Feldkirch und Dornbirn erzählt von einer Steigerung, sowohl bei den Buchungszahlen als auch bei der Anzahl an Personen. „Die Wichtigkeit des Urlaubs hat für die Leute eine hohe Position“, resümiert er. Gleichzeitig betont er, dass der Durchschnittspreis über die ganze Sommersaison nicht dramatisch gestiegen sei – etwa um sechs Prozent.

Mittelmeer als Topreiseziel

Auch Ramona Lichtenberger von Herburger Reisen merkt die Teuerung bei den Buchungszahlen nicht. „Ich glaube, dadurch, dass die Leute während Corona nicht reisen konnten, ist es ihnen jetzt mehr wert reisen zu können“, vermutet sie. Ekkehard Kaifel von Columbus Reisen hingegen sieht den Nachholbedarf nach Corona bereits wieder gestillt. Die Zahlen hätten sich wieder normalisiert. Er berichtet, dass die Familien etwas unter den Buchungen fehlen. „Die preissensiblen Kunden sind noch zurückhaltend“, sagt er.
Patrick Moosmann von Sunshine tours spürt die Teuerung zwar bei der Personenanzahl bei den Buchungen, jedoch nicht beim Umsatz.
Bei einem sind sie sich alle einig: Die Lieblingsziele sind die gleichen wie in den Vorjahren. Favorit ist das Mittelmeer. Griechenland, Italien, Spanien und Türkei und Ägypten führen die Liste an. Bei Sunschine Tours wird zudem einen Boom von Kreuzfahrten beobachtet.

Das gibt es zu beachten

Damit die geplante Reise zum vollen Erfolg wird und Fettnäpfchen umgangen werden können, hat die NEUE Jürgen Wagner vom ÖAMTC um die wichtigsten Tipps für den Urlaub gefragt.

1. Wo ist wie viel Trinkgeld höflich?

Antwort: Als grobe Faustregel gilt: Etwa zehn Prozent des Rechnungsbetrages sind ein angemessenes Trinkgeld. Jedoch haben einige Länder ihre eigenen ‚Gepflogenheiten‘. Wird kein Gedeck (Coperto) als Pauschale eingerechnet, gibt man in Italien üblicherweise fünf bis zehn und in Kroatien zehn bis fünfzehn Prozent des Restaurantbetrages als Trinkgeld – ansonsten weniger. In italienischen und kroatischen Bars wird kein „Tip“ erwartet. Beim Taxifahren rundet man auf. In Frankreich und auf der Iberischen Halbinsel lässt man das Trinkgeld auf dem Tisch liegen. Kleine Münzen wirken dabei geizig. In Restaurants, Taxis und Hotels in den Benelux-Ländern ist das Trinkgeld schon im Preis enthalten. Pauschal kann man sagen, dass Trinkgeld bei entsprechendem Service mittlerweile weltweit zum guten Ton gehört, auch bei den Briten und im asiatischen Raum, wo es einst verpönt war. Auf eine besondere Situation trifft man in Kanada und den USA. Dort sind Kellner auf ‚tips“ angewiesen. 15 bis 20, bei herausragendem Service 25 Prozent sind dort angebracht. Selbst wenn bei der Rechnung ein Bedienzuschlag bereits inkludiert ist, erwartet man Trinkgeld.

2. Mit Bargeld oder bargeldlos zahlen?

Antwort: Während in einigen Ländern noch das Motto „nur Bares ist Wahres“ gilt, setzen vor allem die skandinavischen Länder Finnland, Norwegen und Schweden fast ausschließlich auf Plastikgeld. Neben der Akzeptanz spielen aber auch die Sicherheit und mögliche Kosten eine entscheidende Rolle bei der Wahl des besten Zahlungsmittels. Es sollt nicht alles auf eine Karte gesetzt werden. Besser ist es, einen Mix aus geringen Bargeldmengen und bargeldlosen Zahlungsmitteln mitzunehmen. Tragen Sie nur geringe Bargeldbeträge bei sich und bewahren Sie Bares und Karten getrennt voneinander auf. Informieren Sie sich über Wechselspesen und Sonderkonditionen bei Ihrer Bank. Vermeiden Sie den Wechsel kleiner Geldbeträge. Um die Bankomatkarte außerhalb Europas verwenden zu können, muss die Geo-Control Funktion deaktiviert werden. Lassen Sie sie rechtzeitig vor Reiseantritt von Ihrer Bank freischalten.

3. Welche Tischsitten sollte ich beachten?

Antwort: Hier darf Entwarnung gegeben werden. Grundsätzlich liegt man mit österreichischen Tischmanieren nie voll daneben. Italienische Köche fallen angesichts falschen Besteck-Einsatzes kaum mehr in Ohnmacht. Auch lassen Asiaten neben ihren Stäbchen oder Löffeln auch klassisches Besteck zu. Fingerfood muss nicht zwangsläufig mit den Fingern gegessen werden – weder in Indien noch in Nordthailand. Bei Unsicherheiten fragen Sie vor Ort nach oder verwenden Sie gewohntes Besteck.

4. Darf ich Andenken mitnehmen?

Antwort: Wer sich für Souvenirs entscheidet, sollte darauf achten, was aus dem Urlaub mitgenommen wird. In Griechenland ist es tabu, archäologische Gegenstände ohne Erlaubnis mitzunehmen. Das gilt auch für gesammelte Steine bei archäologischen Stätten. Laut italienischem Schifffahrtsgesetz ist es verboten, Sand und Muscheln aus Italien mitzunehmen.

5. Wo ist freizügige Kleidung verboten?

Antwort: Es gibt bestimmte Strände, insbesondere in konservativen Regionen oder nahe religiösen Stätten, an denen das Tragen von Bademode, Bikinis oder Badehosen nicht gestattet oder erwünscht ist. Es kann vorkommen, dass explizite Gesetze, die das Tragen von zu freizügiger Bekleidung verbieten. Etwa kann in Barcelona das Tragen von Badekleidung abseits des Strandes bestraft werden. In Italien wird erwartet, dass man sich außerhalb der Strände und Pools bedeckt hält. Das Tragen von Bikinis oder Badehosen beim Spazieren in Städten, beim Einkaufen oder in Restaurants ist nicht angemessen. In einigen Städten könnten dafür Geldstrafen anfallen. In vielen islamischen Ländern, wie Saudi-Arabien, Iran oder den Vereinigten Arabischen Emiraten, herrschen strenge Bekleidungsvorschriften, besonders für Frauen. Oft müssen Schultern und Knie bedeckt sein und teilweise könnte ein Kopftuch oder ein langer Mantel notwendig sein. In Thailand und Indien ist es erforderlich, bei dem Besuch von religiösen Stätten Arme und Beine zu bedecken.

6. Wie kommuniziere ich richtig?

Antwort: Der Schlüssel zum Erfolg ist „Zurückhaltung“. Ein „Daumen hoch“ gilt in einigen Kulturen als Beleidigung. Kopfnicken bedeutet bei uns Zustimmung. In Bulgarien und Teilen des Balkans aber steht das Nicken für „Nein“ und das Kopfschütteln für „Ja“. Auch ist die Begrüßungskultur oft eine Unterschiedliche. In nordischen und angelsächsischen Ländern wie Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und den USA kann ein Wangenkuss von Menschen außerhalb des eigenen Freundeskreises oder der Familie als zu intim angesehen werden. Im asiatischen Raum, im Nahen Osten und in islamisch geprägten Regionen ist er völlig verpönt. In Asien begrüßt man sich mit einer Verneigung.