70 Jahre Egerländer Musikanten und ihr neuer Leiter

Gärtner
Mit Alexander Wurz an der Spitze setzen die Egerländer Musikanten ihre Erfolgsgeschichte fort.
Die Egerländer Musikanten stehen seit 70 Jahren für böhmische Blasmusik, wie sie eleganter nicht sein könnte. Der besondere Twist des 1956 vom sudetendeutschen Posaunisten Ernst Mosch (1925-1999) gegründete Orchester besteht im swingenden Sound der Formation, die 1966 als weltweit erstes Blasmusikorchester in der New Yorker Carnegie Hall gespielt hat. Am 4. Februar beehren sie das Bregenzer Festspielhaus mit einem Konzert. Anlässlich dazu sprach die NEUE mit Alexander Wurz, der vor wenigen Monaten die Leitung des Orchesters übernahm.

Neue Generation vorbereitet
Der 1985 geborene Baden-Württemberger ist der neue Leiter der Egerländer Musikanten und Wunschkandidat seines Vorgängers Ernst Hutter. Hutter war es auch, der den gefragten Tenorhornist 2011 in die Gruppe aufnahm und ihn in den vergangenen Jahren gezielt auf die neue Rolle vorbereitet. Dabei kann Wurz auf die jahrzehntelange Erfahrung der Unternehmen Hutter Music und Kulturzentrale Süd zählen. Die zwei Kulturbetriebe fungieren als organisatorisches Rückgrat der Band und sind eng mit der Familie Hutter verbunden. „Meinem Vater ist es extrem wichtig, dass die Egerländer Bestand haben. Er hat lange für die Musik gekämpft, ist jetzt aber nur noch beratend da. Alexander und ich können frei agieren. Die Zusammenarbeit ist ein Traum, auch weil mein Vater das so vorbereitet hat“, schwärmt Martin Hutter über die gelungene Übergabe. Diese ging am 7. November mit einem Konzert im Münchner Circus Krone symbolisch über die Bühne. Der emotionale Abend, an dem Mosch hundert Jahre als geworden wäre, wurde somit zum Sinnbild für Ende, Anfang und Kontinuität zugleich.

Fußstapfen
Wurz ist sich den großen Fußstapfen seiner Vorgänger bewusst und sieht sich gerade dadurch zum Blick nach Vorn verpflichtet. „Mit Mosch waren die Egerländer groß im Fernsehen. Hutter dagegen musste das Orchester wieder salonfähig machen und den Fans zeigen, dass es nicht mit seinem Gründer gestorben ist. Mit unglaublicher Professionalität und Weitsicht hat er junge Musiker ins Orchester gebracht. Da gehöre auch ich dazu. Jetzt herrschen wieder andere Zeiten, mit anderen Aufgaben. Ich bin unglaublich motiviert herauszufinden, welche Möglichkeiten wir haben“, bekräftigt der neue Leiter.
Steckenpferd
Was das konkret bedeutet, ist bald in Bregenz zuhören. „Der Live-Auftritt ist unser großes Steckenpferd. Dabei wird es einige Überraschungen geben“, betont Wurz und lässt durchblicken, dass das Jubiläumsprogramm der Egerländer Musikanten als musikalische Zeitreise angelegt ist, die von den Anfängen unter Ernst Mosch über die Ära Ernst Hutter bis in die Gegenwart reicht.
SAV