„Fasching ist ein kleines Stück Kindheit, das jedes Jahr wieder lebendig wird.“

Was die Vorarlberger über den Fasching denken: Von bunten Erinnerungen über Lieblingskostüme bis hin zu der Frage, ob Krapfen einfach dazugehören. Die NEUE hat nachgefragt.
Fasching hat in Vorarlberg eine lange Tradition, mit bunten Kostümen, lauten Umzügen, süßen Krapfen und vielen Kindheitserinnerungen. Doch wie stehen die Vorarlberger heute wirklich zum alljährlichen närrischen Treiben? Ist die Begeisterung nach wie vor groß, oder hat sich der Blick auf den Fasching über die Jahre verändert? Das wollte die NEUE herausfinden.
Erinnerungen
Viele Menschen verbinden mit Fasching ihre ersten, ganz persönlichen Erinnerungen. Ob es das Verkleiden im Kindergarten, das Schminken mit Mama, das stolze Präsentieren des eigenen Kostüms, oder das Süßigkeiten sammeln am Straßenrand der Umzüge ist. Andere wiederum feiern heute kaum noch, oder nur, weil die Kinder es lieben.
Klare Unterschiede
Gleichzeitig zeigt sich, wie unterschiedlich dieser Brauch erlebt wird. Einige genießen bis heute die Atmosphäre, schlüpfen gerne in neue Rollen und nehmen das Verkleiden als kreative Auszeit vom Alltag. Andere sehen Fasching eher als schöne Tradition am Rande, die man gerne beobachtet, aber nicht mehr aktiv mitfeiert. Ein weiterer fixer Bestandteil der fünften Jahreszeit sind die Faschingskrapfen. Für manche sind sie sogar das heimliche Herzstück des Faschings. Ob klassisch mit Marillenmarmelade, mit Vanillecreme oder „modern“ gefüllt, Krapfen gehören für viele dazu. Viele erinnern sich noch daran, wie der Duft der frisch gebackenen Krapfen im Schulgang hing oder wie man sich als Kind mit klebrigen Fingern und Zuckerguss im Gesicht über den ersten Bissen freute.
Tradition
Mit der Umfrage möchte die NEUE ein aktuelles Stimmungsbild einfangen, ganz authentisch, direkt von den Menschen aus Vorarlberg. Fasching ist für manche ein Höhepunkt des Jahres, für andere lediglich eine Tradition am Rande. Doch gerade diese Mischung macht die närrische Zeit so spannend und für viele unvergesslich.

„Der Spaß ist unbezahlbar“
“Fasching gehört für uns einfach dazu. Wir lieben die Umzüge, die Verkleidungen und dieses besondere Gefühl, das in der Luft liegt. Dieses Jahr haben wir uns wieder etwas Besonderes überlegt. Wir machen ein Zweierkostüm und gehen als Fuchs und Hase aus dem Film Zoomania. Solche gemeinsamen Ideen machen den Fasching für uns jedes Mal besonders. Und natürlich dürfen Krapfen nicht fehlen. Dieses typische Faschingsessen ist für uns ein kleines Ritual, das immer wieder Erinnerungen wachruft. Unsere schönsten Erinnerungen kommen aber eindeutig aus unserer Kindheit. Das Verkleiden mit Mama, wenn sie uns geschminkt hat, die Prinzessinnenkleider, die für uns damals die größte Magie hatten. Und natürlich Süßigkeiten beim Umzug. Wir sind immer ganz vorne gestanden, haben alle Süßigkeiten eingefangen und am Ende dann doch vieles nicht gegessen. Aber der Spaß dabei war unbezahlbar. Fasching ist für uns bis heute ein kleines Stück Kindheit, das jedes Jahr wieder lebendig wird und wir schaffen immer wieder neue lustige Erinnerungen.“

„Schöne Erinnerungen“
“Heute feiere ich keinen Fasching mehr, irgendwann fühlt man sich einfach zu alt dafür. Aber früher war ich immer voll dabei, eigentlich jedes Jahr, bestimmt bis etwa 35 oder 40. Ich habe mich wirklich gern verkleidet und immer wieder kreative Ideen umgesetzt. Einmal bin ich sogar als Kartoffel gegangen, ein anderes Mal als Zirkusartist. Da war immer alles Mögliche dabei und jedes Jahr etwas anderes. Faschingskrapfen gehören für viele genauso dazu, wie für andere die klassischen Fasnachtsküchle. Ohne das leckere Faschingsgebäck wäre die Fasnachtszeit nicht dasselbe. Natürlich habe ich auch sehr schöne Kindheitserinnerungen an diese Zeit. Besonders die ganzen Umzüge waren jedes Jahr ein Highlight. Die Stimmung, die Musik, die vielen Menschen, die bunten Kostüme und die ganze Aufregung rundherum. Das hat einfach dazugehört und war ein fester Bestandteil meiner Kindheit. Wenn ich heute daran zurückdenke, erinnere ich mich an eine unbeschwerte Zeit, auch wenn ich selbst inzwischen nicht mehr aktiv mitfeiere.“

„Kein Faschingsmensch“
“Eigentlich feiere ich gar keinen Fasching. Ich bin einfach nicht mit einer Faschings- Familie groß geworden. Bei uns war das nie ein großes Thema und so ist es bis heute geblieben. Wenn ich mich aber verkleiden müsste, dann wahrscheinlich als Soldat oder General, also etwas Schlichtes ohne großes Schminken. Das passt mehr zu mir als bunte Kostüme oder ausgefallene Sachen. Grundsätzlich finde ich Fasching nicht schlecht. Jeder soll für sich selbst entscheiden, ob er diesen feiert oder nicht. Ich kann total verstehen, dass viele Leute Freude daran haben, aber ich bin einfach nicht der Typ dafür. Krapfen esse ich trotzdem sehr gerne. Als Kind habe ich tatsächlich Fasching gefeiert. Schon damals habe ich gemerkt, dass das Ganze nicht wirklich meins ist. Ich war damals entweder als Cowboy oder als Pirat unterwegs. Das Süßigkeiten sammeln fand ich natürlich cool. Später, als ich bei den Pfadfindern war, habe ich mich einmal als Schlumpf verkleidet und bin sogar beim Umzug mitgelaufen. Das war eine lustige Erfahrung und als Kind macht man solche Dinge einfach mit.“

„Nur noch schulisch“
“Früher habe ich Fasching richtig gefeiert mit Umzügen, Verkleiden und allem Drum und Dran. Heute eigentlich nicht mehr so, außer in der Schule. Da bekommt man das Ganze dann doch ein bisschen mit. Wir machen jedes Jahr ein kleines Projekt und natürlich gibt’s auch Faschingskrapfen. Heuer verkleiden wir uns gemeinsam als Klasse und haben das Thema Subway Surfers. Wir sind alle dieselben Charaktere und das macht irgendwie den Spaß aus. Generell finde ich Fasching schon cool, aber ich persönlich brauche es nicht unbedingt. In der Schule mache ich gerne mit, aber wenn ich privat auf einen Faschingsumzug gehe, verkleide ich mich nicht mehr.“

„Für die Kinder ist es toll“
“Ich selbst feiere keinen Fasching mehr, aber für meine Kinder ist es etwas Schönes, auf das sie sich das ganze Jahr freuen. Sie sind erst zwei Jahre alt und verkleiden sich heuer als Clowns, darauf freuen sie sich schon sehr. Krapfen esse ich auch, vor allem die mit Marillenmarmelade, das gehört einfach dazu. In meiner eigenen Kindheit habe ich Fasching natürlich auch gefeiert. Ich komme ursprünglich aus Ungarn und der Fasching ist dort ähnlich wie hier. Als Kind habe ich mich ebenfalls verkleidet. Früher verkleidete ich mich als Katze oder Hund, aber so genau erinnere ich mich nicht mehr, es ist ja über 30 Jahre her. Für mich persönlich brauche ich den Fasching nicht unbedingt, aber für die Kinder ist es toll.“

„Krapfen gehören dazu“
“Mittlerweile bin ich rausgewachsen und feiere keinen Fasching mehr. Früher war das aber ganz anders. Da war Fasching jedes Jahr ein kleines Highlight. Grundsätzlich finde ich Fasching immer noch cool, auch wenn er für mich persönlich heute keine große Rolle mehr spielt. Wenn ich mich jetzt verkleiden müsste, würde ich wahrscheinlich etwas ganz Einfaches wählen. Irgendetwas, das man spontan daheim findet. Zum Beispiel ein Haarreif oder ein kleines Accessoire, aber nichts Aufwendiges. Ich war nie der Typ für komplizierte, stundenlange Verkleidungen. Für mich gehören auf jeden Fall Krapfen zum Fasching dazu. Das ist so der Klassiker, den es früher in der Schule immer gab. Und genau dort sind auch meine schönsten Kindheitserinnerungen an den Fasching entstanden. Wir haben uns jedes Jahr verkleidet und die ganze Klasse war voller Vorfreude. Besonders schön war auch, dass wir früher beim Umzug mitgelaufen sind. Das war jedes mal ein Höhepunkt und gehört zu meinen absoluten Lieblingserinnerungen an den Fasching.“