Gastfreundschaft auf griechische Art

Dimitrios Liontos studierte in Griechenland Medizin, schlug aber einen neuen Pfad ein und verwöhnt nun seine Gäste in seinem Bistro.

Es ist früher Nachmittag, der große Mittagsandrang ist vorbei. Im Dimi‘s im Zentrum von Tschagguns riecht es noch leicht nach frischen Kräutern, Olivenöl und etwas, das an Griechenland erinnert. Dimitris Liontos wischt sich die Hände ab, lehnt sich an den Tresen und beginnt zu erzählen. „Mein Job ist mein Leben“, sagt er mit einem Schmunzeln. Das zeigt das hier jemand seinen Platz gefunden, auch wenn der Weg dorthin nicht gerade einfach war.

Geschichte
In Griechenland, sagt der Inhaber, habe alles begonnen. Dass Liontos einmal Gastronom werden würde, war eigentlich nie der Plan. „Ich bin ein studierter Mediziner.“ Schon während des Studiums kochte der heute 54-Jährige regelmäßig für andere Studenten und Freunde. Nicht, weil er musste, sondern weil es ihm Freude bereitete. Mit der Zeit wurde daraus mehr. Nach dem Wehrdienst in Griechenland kam Liontos 2012 nach Österreich und schlug einen komplett neuen Weg ein, nämlich das Kochen. Schon als Kind stand der Gastronom mit seiner Mutter am Herd. „Seit ich acht bin, habe ich mit gekocht“, erzählt er. Vielleicht wurde genau dort die Basis für das Dimi‘s gelegt.

Selbstständigkeit
2020 übernahm Liontos schließlich das Lokal Dimi‘s, das er heute führt. Er wollte keine standardisierten Gerichte oder perfektionierte Restaurantabläufe. Was es bei ihm gibt, soll an zuhause erinnern. „Keine Restaurantproduktionsküche, sondern Haushaltsgeschmack“, betont er. Die Rezepte stammen alle von Liontos selbst, über die Jahre ausprobiert und angepasst. „Ich brauche die Hände des Kochs, um meine Rezepte auszuführen“, sagt er. Das zeigt, wie wichtig ihm Handarbeit in der Küche ist.

Eigener Name
Auf die Frage, wie der Gastronom auf den Namen seines Lokals gekommen ist, lehnt er sich kurz zurück und lacht. „Überall heißen die griechischen Lokale Santorini oder werden sonst nach irgendeinem Ort benannt.“ Früher arbeitete Liontos zugleich als Gastronom, Lieferant für griechische Lebensmittel und teilweise sogar in der Logistikleitung. Sein Name war in der Gastronomie- Branche bekannt. „Deswegen wollte ich ein Lokal mit meinem eigenen Namen führen.“ sagt der Wirt. So wurde aus Dimitris schließlich „Dimi‘s Cafe – Bistro“.
Die Speisekarte beschreibt Liontos als „bewusst vielseitig“. Man findet darauf eine große Auswahl an griechischen Spezialitäten, dartuner, Fleisch von Kalb und Schwein, Fisch, Grillplatten und Gyrosspezialitäten. Viele Gerichte lassen sich unterschiedlich kombinieren. „Die Karte ist so gemacht, dass man verschiedene Kombinationsteller zusammenstellen kann, damit der Geschmack von den Gästen möglichst gut abgedeckt wird“, sagt der Gastronom. Zu jedem Gericht gibt es klassische Beilagen. „Wir haben Salzkartoffeln, Pommes, Tomatenreis oder Butterreis“, zählt Liontos auf. Auch Vegetarier kommen im Dimi‘s voll auf ihre Kosten. Die Auswahl reicht von gefüllten Auberginen über Biryani bis zu dicken Bohnen, die als Vorspeise oder Hauptgericht serviert werden können. Die Nachfrage an Gerichten zum Abholen sei genauso hoch wie im Lokal selbst, fügt der 54-Jährige hinzu. Wichtig ist dem Wirt auch, woher seine Zutaten kommen. Das meiste bezieht er direkt aus der Region. Gerade beim Fleisch achtet er auf Qualität und Frische. „Das Kalbfleisch bekommen wir fertig geschnitten, mariniert und eingelegt und maximal in vier Tagen muss das aufgebraucht werden“, schildert Liontos. Einige Produkte müsse er dennoch aus Griechenland kommen lassen, weil der Geschmack sonst nicht passe. „Manche Zutaten bekomme ich direkt aus Griechenland, über einen Verkaufsladen in München.“ Dazu gehören Olivenöl, Oliven, original griechisches Joghurt und verschiedene Fischprodukte.

Klein aber fein
Im Betrieb arbeiten aktuell zwei Personen im Service, eine davon hilft regelmäßig auch in der Küche mit. Zusätzlich ist eine Person fix für die Küche zuständig. Bei großem Andrang wird aufgestockt: „Dann sind zwei Personen in der Küche und zwei Personen im Service.“ Personal zu finden sei jedoch schwierig, vor allem seit Corona, merkt Liontos an. Der Standort lebe stark vom Tourismus. „Der Überlebensplan sind die Touristen“, sagt der Betreiber. Wenn viele auswärtige Gäste da sind, ist viel los, fehlen sie, wird es ruhiger. In unmittelbarer Nähe zum Lokal gibt es einen gebührenfreien Gemeindeparkplatz, „von den Parkplätzen her ist es kein Problem“. Was Dimitrios Liontos am meisten Freude an seinem Beruf bereitet? Da muss er nicht lange überlegen: Für ihn steht der direkte Kontakt mit den Gästen im Mittelpunkt. „Eigentlich macht mir am meisten Spaß, mit meinen Gästen Spaß zu haben und ihnen leckere Spezialitäten zu bieten.“ Er freut sich, wenn jemand ein ehrliches Lob für das Essen ausspricht „Wenn die Gäste zufrieden sind, dann bin ich es auch“, lächelt der Wirt. Für Liontos ist der regelmäßige Austausch mit Stammgästen sehr wichtig: „Ich bin stolz auf die Gäste, die immer wieder gerne kommen. Wenn ich sie sehe und sie mich sehen, dann umarmen wir uns immer.“

Kontaktdaten:
Adresse: Latschaustrasse 2, 6774 Tschagguns
Telefonnummer: 05556/72404
Öffnungszeiten: Mo bis So 11 Uhr bis 22 Uhr,
Di Ruhetag
Mailadresse: info@dimis.net