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Nach der Hitze kommt der Sturm

08.08.2023 • 18:33 Uhr
Daniel Furxer (Mitte) beim Cultural Day mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Polen. <span class="copyright">Privat</span>
Daniel Furxer (Mitte) beim Cultural Day mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Polen. Privat

Die 105 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger, die beim Weltpfadfindertreffen in Südkorea waren, sind nach dem Abbruch nun in Seoul.

“Wir waren grad richtig in Stimmung, aber jetzt hat uns der Taifun einen Strich durch die Rechnung gemacht“, berichtet Daniel Furxer. Der 45-jährige, in Dornbirn lebende Fotograf und Journalist war seit 1. August mit 104 anderen Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern in Saemangeum an der südkoreanischen Westküste beim 25. World Scout Jamboree, dem internationalen Pfadfindertreffen. Gemeinsam mit zwei Betreuern und einer Betreuerin leitet er einen Trupp von 36 Jugendlichen.

Mit Bussen nach Seoul

Nachdem nun aber ein Tropensturm naht, der das weltgrößte Pfadilager mit rund 43.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 158 Ländern – 484 davon aus Österreich – bedroht, wurde das Treffen, das eigentlich noch bis Freitag dauern sollte, abgebrochen. Gestern sind die Österreicher dann mit Bussen in das rund vier Stunden entfernte Seoul gebracht worden, wo sie in den nächsten Tagen in Hotels übernachten. Dort werden sie vermutlich noch auf zahlreiche andere Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus verschiedenen Ländern treffen, die ebenfalls in die südkoreanische Hauptstadt übersiedelt sind.

Mitglieder der österreichischen Gruppe beim Aufbruch in Saemangeum. <span class="copyright">Kristof Wistal</span>
Mitglieder der österreichischen Gruppe beim Aufbruch in Saemangeum. Kristof Wistal

„Die Sicherheit von uns allen geht vor“, kommentiert Furxer die Absage. „Natürlich ist es schade, dass das Lagerleben mit den vielen internationalen Kontakten vorzeitig endet.“ Die Jugendlichen seien zwar enttäuscht, würden aber die Entscheidung der koreanischen Lagerleitung durchaus verstehen. Was die Pfadfinder betrifft, ist Furxer ein „Quereinsteiger“, wie er sagt. Er ist seit vier Jahren dabei und leitet eine Gruppe in Bregenz.

Große Hitze

Schon vor dem am Montag bekannt gegebenen Abbruch des Treffens, hatten die Teilnehmenden mit dem Wetter zu kämpfen. „Die Hitze hat uns schon zu schaffen gemacht“, erzählt der 45-Jährige. Die koreanische Lagerleitung habe es dann aber geschafft, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit Schirmen und Hand-Ventilatoren auszustatten. Klimatisierte Busse und drei Mal so viele Ärzte wie geplant hätten die Lage zusätzlich entspannt.

Am Dienstag haben die Österreicher - wie alle anderen - das Lager geräumt.  <span class="copyright">Wistal</span>
Am Dienstag haben die Österreicher - wie alle anderen - das Lager geräumt. Wistal

Beim Treffen gab es eine Reihe an Veranstaltungen und Kontakten mit Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus der ganzen Welt. Bei einem Cultural Day hat sich jedes Land präsentiert – die Österreicher und Österreicherinnen hätten das in Dirndl, Lederhosen und mit dem Kochen von Kaiserschmarren gemacht, erzählt der Vorarl­berger. Der Rückflug ist für den 16. August geplant. „Am Abend werden wir dann wieder im Ländle sein“, informiert Furxer.

„Wir waren grad richtig in Stimmung, aber jetzt hat uns der Taifun einen Strich durch die Rechnung gemacht“

Daniel Furxer, Pfadfinderleiter

In Vorarlberg gibt es derzeit rund 4000 Pfadfinder und Pfadfinderinnen in insgesamt 22 Ortsgruppen. Die erste Gruppe in Österreich wurde 1910 in Wiener Neustadt gegründet. In Vorarlberg erfolgte dies im Jahr 1912 in Dornbirn. Mittlerweile gibt es bundesweit über 85.000 Pfadfinder und Pfadfinderinnen.

Das World Scout Jamboree findet alle vier Jahre statt. Das erste ging 1920 in London über die Bühne. Das nächste Weltpfadfindertreffen findet 2027 in Danzig in Polen statt. Einmal war auch Österreich Schauplatz des weltgrößten Pfadfinderlagers und zwar im Jahr 1951 in Bad Ischl in Salzburg. 12.884 Teilnehmende aus 73 Ländern waren damals dabei.