Neues Kinderhaus für Wälder Kleingemeinde: Wettbewerb entschieden

Die Gemeinde Sibratsgfäll errichtet trotz angespannter Budgetsituation ein neues Gebäude für Volksschüler und Kindergartenkinder. Jetzt steht der Sieger eines
Architekturwettbewerbs fest.
Während vielerorts kleine Schulen schließen oder gefährdet sind, setzt Sibratsgfäll im vorderen Bregenzerwald ein deutliches Zeichen für den Erhalt der wohnortnahen Bildung: Die 475-Einwohner-Gemeinde errichtet ein neues Kinderhaus, das Schule, Kindergarten und Betreuung in einem Ensemble vereint. Im vergangenen Schuljahr besuchten 31 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren die zweiklassig geführte Volksschule. Die bestehende Infrastruktur ist laut Gemeinde baulich und funktional nicht mehr zeitgemäß. Eine Machbarkeitsstudie hat die Umsetzbarkeit des Projekts am bestehenden Standort bestätigt. Auf dieser Grundlage lobte die Gemeinde im Dezember 2024 einen EU-weiten Architekturwettbewerb aus. Insgesamt wurden 21 Projekte eingereicht

Das sagt die Jury
Den ersten Preis sicherten sich Cukrowicz Nachbaur Architekten aus Bregenz. Das Siegerprojekt ergänzt die bestehende Turnhalle mit einem kompakten Neubau in Holzbauweise und mit Satteldach. Die Turnhalle bleibt erhalten und wird stirnseitig um einen Geräteraum erweitert, der auch als Bühne nutzbar ist. Über einen verglasten Gelenksbau wird der Neubau funktional angebunden. Auch eine energetische Sanierung der Halle ist vorgesehen. Die Architekten setzen auf eine einfache, klare Struktur: Eine mittig gelegene Treppe soll alle Ebenen, die leicht versetzt zueinander angeordnet sind, erschließen. Dieses sogenannte Split-Level-System schaffe kurze Wege und ermögliche barrierefreien Zugang auf allen Ebenen,heißt es in der Projektbeschreibung. Die Fassade ist als traditionelles Holzschindelkleid geplant, auch im Inneren dominiert unbehandeltes Holz.
Das sagt die Jury. Die Jury unter dem Vorsitz von Matthias Hein lobte die kompakte Organisation, die klare innere Gliederung und die gute Einbettung ins Ortsbild. Funktional überzeugte das Projekt mit kurzen Wegen, einem oberirdischen Werkraum sowie barrierefrei erreichbaren Umkleiden beim Turnsaal.

Empfehlungen
Die Jury – der natürlich auch der Bürgermeister angehört – empfiehlt „aufgrund der angespannten budgetären Situation“, mögliche Einsparungen zu prüfen – etwa durch den Verzicht auf ein Untergeschoss im Neubau. Auch die Fassadengestaltung soll im Detail überarbeitet werden. Empfohlen wurde außerdem, die Anbindung an den Außenraum für schulische und öffentliche Veranstaltungen – etwa Konzerte der Musikkapelle – weiter zu konkretisieren.Den zweiten Platz belegten Nona Architektinnen aus Dornbirn. Auf Rang drei folgte das Büro Bernardo Bader Architekten aus Bregenz.
Fertigstellung 2027 geplant.
Die Gemeinde rechnet in ihrer Ausschreibung mit einem Planungsbeginn im Sommer 2025. Der Baustart ist für Sommer 2026 vorgesehen, die Fertigstellung für August 2027. Details zu den Kosten sind nicht bekannt.