“Vorsichtige Entwarnung” zu früh? Mehrere Rinder diagnostisch getötet

Land bestätigt auf NEUE-Anfrage TBC-Verdacht bei mehreren heimischen Rindern.
Von Kurt Bereuter
Wie die NEUE aus verlässlicher Quelle erfahren hat, wurden letzte Woche wieder Rinder wegen TBC-Verdacht getötet. Auf Anfrage bei der Vorarlberger Landesregierung – Landesveterinär Greber war nicht erreichbar – wurde bestätigt, dass im Bezirk Dornbirn insgesamt zehn Tiere diagnostisch getötet wurden. Betroffen ist nach NEUE-Informationen unter anderem ein Betrieb in Hohenems, in dem vier Rinder getötet werden mussten. In einem anderen Betrieb waren sechs Tiere erkrankt.
Vorsichtige Entwarnung zu früh?
Eigentlich gab es für diese Saison schon Entwarnung, werden die Tiere doch ab Dezember einem Hauttest unterzogen und bei Verdacht eliminiert. Dass so spät noch so viele Fälle auftauchen, ist ungewöhnlich und höchst besorgniserregend, steht doch die Alpsaison schon fast vor der Türe. Die Landesregierung berichtet auf Anfrage, dass die Tiere nicht in Vorarlberg gealpt wurden, erklärt aber nicht wo. Weitere Informationen, so heißt es weiter, würden nach Abschluss der Untersuchungen veröffentlicht werden.
Rückgang an Vieh für Alpen
Nach bäuerlichen Auskünften leiden so gut wie alle Alpen – sogar im TBC-freien Großen Walsertal – unter einem massiven Rückgang an Vieh für den Sommer auf den Alpen. Die Wogen gehen hoch. Bei der Alpe „Ifer“ wurde ein neuer Alpausschuss gewählt und zugleich ein neuer und bewährter Jäger aus der Schweiz zum Jagdpächter erkoren. Der soll nun schnellstens den Rotwildbestand reduzieren, erklärt ein Miteigentümer der Alpe. Zugleich werde Vieh für die Alpe gesucht, „alles war Gras frisst“, sei willkommen. Es brauche sicher ein paar Jahre ohne TBC, dann könne sich der Auftrieb vielleicht wieder normalisieren, erklärt der Miteigentümer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.
Herausforderung
Grünen-Abgeordnete Christine Bösch-Vetter ließ in der jüngsten Landtagssitzung aufhorchen, als sie forderte, der TBC-Problematik mehr Aufmerksamkeit zu widmen als der Bekämpfung des Wolfs. Ihren Druck auf die Politik, die Behörden und die Jägerschaft möchte sie nach eigenen Angaben auch in Zukunft aufrechterhalten. Die TBC-Bekämpfung sei eine ganz andere Herausforderung als der Wolf, und betreffe nicht nur die Alpwirtschaft, sondern die Landwirtschaft als Gesamtes.