15 Jahre unentdeckt: Unterländer hortete Missbrauchsbilder

“Aus Langeweile” begann ein heute 55-jähriger, einschlägige Bilder und Videos von minderjährigen Mädchen und Buben zu sammeln. Jetzt musste er auf der Anklagebank Platz nehmen – und wurde verurteilt.
15 Jahre lang konnte der Angeklagte unbehelligt sein Unwesen im Internet treiben, ehe das Bundeskriminalamt auf seine Spur kam. Vor Gericht zeigte sich der Mann nun dankbar, dass die Ermittler diesem dunklen Kapitel seines Lebens ein Ende gesetzt haben. Laut Anklage soll der 55-jährige Arbeiter aus dem Unterland im Zeitraum von 2010 bis November 2025 mindestens 152 Bild- und Videodateien mit Darstellungen nackter unmündiger Mädchen und Buben auf privaten Datenträgern gespeichert haben.
„Ein Zeitvertreib“.
Der Angeklagte bekannte sich vollumfänglich schuldig. Auf die Frage der Richterin, warum er diese Dateien gesammelt habe, erklärte er, ihm sei langweilig gewesen. Er habe zunächst Bilder angesehen, später andere Inhalte gesucht und schließlich begonnen zu sammeln. Es sei ein Zeitvertreib gewesen.
Die Verteidigung verwies auf das umfassende und reumütige Geständnis. Sein Mandant habe von Beginn an kooperiert, die Aufarbeitung sei für ihn eine Erleichterung gewesen. Bei der Einvernahme nach der Hausdurchsuchung habe der Angeklagte von sich aus eine Speicherkarte mit entsprechenden Dateien übergeben, führte der Verteidiger aus.
Kombinierte Strafe
Richterin Franziska Klammer verurteilte den Mann wegen des Besitzes von bildlichem sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial sowie bildlicher sexualbezogener Darstellungen minderjähriger Personen und verhängte acht Monate bedingte Haft sowie eine zu bezahlende Geldstrafe von 9120 Euro (240 Tagessätze zu je 38 Euro). Als mildernd wertete die Richterin das Geständnis und die Unbescholtenheit. Erschwerend wirkten der lange Tatzeitraum und die Vielzahl der Dateien. Der Strafrahmen hätte von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe gereicht. Das Urteil ist rechtskräftig.