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Aushubdeponie im Ried: Kommt nach dem Wirbel die Wende?

11.06.2026 • 15:38 Uhr
Aushubdeponie im Ried: Kommt nach dem Wirbel die Wende?
Hier sollte eine Aushubdeponie entstehen. NEUE

Die umstrittene Bodenaushubdeponie in Feldkirch schien beschlossene Sache. Nun spricht der Bürgermeister von einer möglichen Lösung außerhalb des Tisner Rieds.

Noch vor wenigen Tagen schien die Sache entschieden. Wie die NEUE aufgedeckt hatte, war die umstrittene Bodenaushubdeponie im Tisner Ried entgegen anderslautender politischer Aussagen nie endgültig vom Tisch und stand nach Abschluss des Behördenverfahrens unmittelbar vor der Umsetzung. Die Berichterstattung löste erhebliche Reaktionen in Bevölkerung und Politik aus. Nun zeichnet sich überraschend eine neuerliche Wende ab.

Wie das Amt der Stadt Feldkirch am Donnerstag in einer Aussendun mitteilte, führt Bürgermeister Manfred Rädler derzeit Gespräche mit Projektbetreiber Wilhelm Hager. Ziel sei eine einvernehmliche Lösung. Geprüft würden alternative Möglichkeiten sowie mögliche Standorte außerhalb des Rieds.

Aushubdeponie im Ried: Kommt nach dem Wirbel die Wende?
Bürgermeister Manfred Rädler. Stiplovsek

„Obwohl die Stadt in diesem Verfahren keine Bewilligungsbehörde ist, setze ich mich für eine Lösung im Interesse von Bevölkerung, Natur und Naherholung ein“, wird der Bürgermeister zitiert. Hager habe auf die vorgebrachten Bedenken „mit Verständnis reagiert“. Deshalb sei er überzeugt, dass eine gute Lösung gefunden werden könne.

Welche Form diese Lösung konkret annehmen könnte, bleibt vorerst offen. Die Stadt spricht lediglich von alternativen Möglichkeiten und potenziellen Standorten außerhalb des Rieds. Ein erstes sichtbares Zeichen der laufenden Gespräche gibt es bereits: Die ursprünglich für den 16. Juni geplante Informationsveranstaltung wird abgesagt. Nach Abschluss der Verhandlungen wolle man die Bevölkerung über die Ergebnisse informieren.

Aushubdeponie im Ried: Kommt nach dem Wirbel die Wende?
Auch in Tosters stemmte man sich gegen das Deponieprojekt. NEUE

Die Vorgeschichte des Projekts reicht mittlerweile mehr als ein Jahr zurück. Im Frühjahr 2025 sorgten die Pläne für eine knapp 28.000 Quadratmeter große Bodenaushubdeponie im Tisner Ried für erhebliche Diskussionen. Anrainer befürchteten negative Auswirkungen auf Naturraum, Landschaftsbild und Verkehr. Eine von den Grünen initiierte Online-Petition wurde von 869 Personen unterschrieben. Kurz vor den Gemeindewahlen erklärte die Stadt schließlich, das Projekt sei vom Tisch. Bürgermeister Manfred Rädler kündigte damals an, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Deponie zu verhindern.

Wie die NEUE vor wenigen Wochen aufgedeckt hat, wurde das Vorhaben jedoch nie endgültig aufgegeben. Trotz weitgehend unveränderter Dimensionen mit 43.100 Kubikmetern Bodenaushub, einer Fläche von rund vier Fußballfeldern und einer geplanten Laufzeit von zehn Jahren stand die Deponie nach Abschluss des Behördenverfahrens unmittelbar vor der Umsetzung. Nun könnte sich die Geschichte ein weiteres Mal wenden.