Acht neue Bombenschutzanzüge für den Entschärfungsdienst

13.08.2026 • 10:45 Uhr

Das Innenministerium hat acht neue Bombenschutzanzüge an den Entschärfungsdienst der Direktion Spezialeinheiten/EKO Cobra übergeben. Die bisherigen Anzüge wurden nach jahrelangem Einsatz ausgetauscht, da deren vom Hersteller garantierte Schutzwirkung ausgelaufen war. Ein Anzug kostet rund 60.000 Euro – für die acht Stück wurden rund 482.000 Euro investiert. Sie wurden auf die drei Standorte in Wien, Graz und Hall in Tirol verteilt, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) überreichte die neue Schutzausrüstung bereits am 23. Juli. “Die Entschärfer arbeiten unter schwierigsten und gefährlichsten Bedingungen, um für die Sicherheit und den Schutz unserer Bevölkerung zu sorgen. Moderne Schutzausrüstung ist gerade für diesen Spezialbereich daher lebensnotwendig”, sagte Karner.

Der österreichweite Entschärfungsdienst verfügt über 22 speziell ausgebildete Entschärferinnen und Entschärfer. Sie stehen rund um die Uhr für Einsätze im Zusammenhang mit Explosivstoffen bereit. Unterstützt werden sie von 107 Sprengstoffkundigen Organen (SKO) – also speziell ausgebildeten Polizisten – und 63 Sprengstoffspürhunden.

2025 gab es 468 Einsätze

2025 rückte der Entschärfungsdienst österreichweit zu 468 Einsätzen aus. Die Sprengstoffkundigen Organe bewältigten im selben Zeitraum 4.677 Einsätze, also fast 13 pro Tag. Zu den Aufgaben zählen unter anderem die Untersuchung und Entschärfung unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen, die Herstellung der Tatortsicherheit nach Explosionen sowie Einsätze nach Bankomatsprengungen.

Vor einer Annäherung an verdächtige Gegenstände erfolgt zunächst eine Aufklärung aus sicherer Entfernung, etwa mithilfe von Fernlenkmanipulatoren, Drohnen oder optischen Hilfsmitteln. Erst wenn eine unmittelbare Annäherung notwendig ist, kommen die Bombenschutzanzüge zum Einsatz. Ein Schutzanzug wiegt rund 33 Kilogramm und besteht aus Jacke, Hose, Unterleibschutz und Helm. Die Kombination aus Kevlar- und Nomex-Gewebe sowie modernen ballistischen Schutzmaterialien soll unter anderem vor Explosionsdruck, Splittern, Hitze, Druckwellen und Aufprallkräften schützen. Integrierte Funktechnik ermöglicht die Kommunikation während des Einsatzes. Über eine Bedieneinheit am Unterarm können unter anderem Luftzufuhr und Beleuchtung gesteuert werden.

Die Ausbildung für den Entschärfungsdienst zählt laut Innenministerium zu den anspruchsvollsten Spezialisierungen innerhalb der Polizei. Nach einer rund einjährigen Ausbildung zum Sprengstoffkundigen Organ folgt eine mehrstufige Spezialausbildung, die unter anderem an der Entschärferschule des Bundes in Deutschland sowie beim österreichischen Entschärfungsdienst absolviert wird. Die gesamte Ausbildung dauert im schnellsten Fall rund zwei Jahre.