Arbesser stellte bei Modewoche in Mailand aus

26.02.2022 • 11:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Kunst und Architektur haben seit jeher die Mode von Arthur Arbesser angeregt. Der Wiener Designer stellte am Samstag im Rahmen der Mailänder Modewoche eine Kollektion vor, die sich auch an der Renaissance und dem Barock inspiriert. Als “kompakt und elegant” bezeichnete der 38-jährige Wiener seine Kreationen, in denen er erstmals nicht nur Prints, Geometrie und starke Farben zur Geltung bringt, für die er inzwischen international bekannt ist, sondern auch einfarbige Ensambles.

“Interessante Textilien wie Seide, leichte Wolle mit einfachen, aber schönen Farben, sowie auch Brokatstoffe haben mich für meine Kreationen inspiriert. Als Kulisse für die Modepräsentation haben wir ein 30 Meter langes Seidenpatchwork gewählt, das wie ein Gemälde aus Stoff wirkt”, berichtet Arbesser im Gespräch mit der APA.

Interesse weckte der ehemalige Armani-Schüler allein schon durch den ausgefallenen Schauplatz für seine Show. Für die Präsentation wählte er einen leer stehenden weißen Raum im ersten Stockwerk einer ehemaligen Fabrikhalle. “In dem lichtdurchfluteten Raum kommen die Kreationen besonders gut zur Geltung”, meint Arbesser, der sich schon Monate vor der Modenschau auf die Suche nach einer interessanten Location begibt.

“Das ist das Schöne, wenn man ein eigenes, unabhängiges Label hat, man ist nicht so streng an Regeln gebunden. Die Suche nach einer interessanten Location ist für mich jedes Mal spannend: Man erkundet die Stadt und kann den Medien fortlaufend etwas Neues bieten. So bleibt man erfinderisch”, betonte der Designer, der für seine Entwürfe Lob von Fachpresse und Publikum erntete.

Beweglich zu bleiben, ist für Arbesser besonders wichtig. “Mit einem eigenen Modeunternehmen kann man immer wieder eine neue Geschichte schreiben und sich frei seiner Muse hingeben. Es ist wichtig, im Fluss zu bleiben”, erzählt der vielseitige Modemacher, der inzwischen als fixe Größe der High-Fashion gilt.

Arbesser beobachtet die Mailänder Modewoche, die nach zwei Jahren Pandemie wieder voll durchstartet, mit Interesse. “Die Stimmung ist gut und die Kollektionen sehr reich. Die internationale Mode durchlebt eine Phase, in der große Labels nicht immer innovativ und mutig sind. Daher haben wir kleinen Marken mit Persönlichkeit jetzt große Chancen”, meint der Designer.

Arbesser wagt sich auch in andere Bereiche vor. So entwarf er für die verschiedensten Ballett- und Opernprojekte die Kostüme, unter anderem für das Ballett des Neujahrskonzerts in Wien. “Ich fühle mich extrem mit Oper und Theater verbunden und will weiterhin auch in diesem Bereich tätig bleiben”, meint Arbesser. So schuf er zuletzt die Kostüme für eine Inszenierung des “Barbiere di Siviglia” der Stiftung “I Teatri Reggio Emilia”. Die Oper war wegen der Pandemie im vergangenen Jahr ohne Publikum aufgeführt worden, die Premiere mit Zuschauern ist jetzt im April geplant.

Im Dezember startete Arbesser auch eine Zusammenarbeit mit dem italienischen Schuhproduzenten Baldinini. Eine Schuhkollektion entstand für die Modewoche Pitti Uomo. Der Designer entwarf fünf Herren- und fünf Damenmodelle, eine Hommage an das Erbe der Marke mit einem modernen Touch. “Ich setze gern meine Consulting-Tätigkeit für Modefirmen fort. Das führe ich parallel zur Tätigkeit für mein eigenes Label”, sagt der Designer.

Mailand bleibt weiterhin Arbessers Zuhause, er ist aber oft auch in seiner Geburtsstadt Wien. So auch in diesem Frühjahr, wo er dieses Jahr wieder seine aktuellen Mode-Neuheiten in einem Pop-Up-Store in der Wiener City präsentieren wird.