Caritas fordert vor Schulstart Hilfe für ärmere Familien

13.08.2026 • 12:03 Uhr

Die Caritas der Erzdiözese Wien hat am Donnerstag um mehr Freiwillige für ihre Bildungsangebote und um Sach- und Geldspenden für den kommenden Schulbeginn geworben. Die Nachfrage für einen kostenlosen Nachhilfeplatz in ihren 75 Lerncafés sei groß und auch für ihr Bildungsprojekt Frei.Spiel an Schulen und Kindergärten gebe es eine lange Warteliste, so Caritas-Direktor Klaus Schwertner beim Auftakt der Schulstartaktion an einem Carla-Standort in Wien.

Caritas sucht Freiwillige für Bildungsangebote

Über 1.400 Freiwillige seien derzeit in den Bildungsprojekten involviert und unterstützen österreichweit rund 6.000 Schülerinnen und Schüler beim Lernen, beim Spracherwerb und bei ihren Hausaufgaben, so Schwertner. Damit seien sie erfolgreich, 93 Prozent der Kinder konnten ihre Schulnoten verbessern, betonte der Caritas-Direktor.

Der Bedarf an Lerncafé-Plätzen sei allerdings deutlich größer. “Wir haben etwa 1.000 Kinder auf der Warteliste und nicht ausreichend Plätze”, sagte der Caritas-Chef in der Pressekonferenz. Für das Projekt FREI.Spiel werden derzeit noch für 86 Bildungsstandorte Freiwillige gesucht. Er appellierte an die Bundesregierung, derartige Projekte finanziell abzusichern. Die Bildungsprojekte der Caritas seien derzeit zu zwei Drittel spendenbasiert, ein Drittel seien staatliche Förderungen, so Martina Polleres-Hyll, die Leiterin der Caritas-Bildungsangebote. Sie geht allerdings davon aus, dass die finanzielle Unterstützung der Regierung wegen des Spardrucks zurückgehen wird. Darum bat die Caritas vor dem Schulstart um Spenden und Unterstützung von der Bevölkerung.

Schulstart als “finanzielle Belastung”

Einmal mehr betonte Schwertner bei dem Pressetermin in einer Carla-Filiale die finanzielle Belastung, die der Schulstart für viele Familien bedeutet. Rund 2.200 Euro koste das gesamte Schuljahr pro Kind, das sei für einkommensschwache Familien mit mehreren Kindern kaum zu stemmen. Der Caritas-Chef begrüßte zwar die bestehende finanzielle Unterstützung für Familien mit wenig Geld und die Steigerung im Bildungsbudget, es sei aber “mehr notwendig”. Denn: “Bildung ist die beste Armutsprävention”, so Schwertner.

Damit der Schulerfolg weniger als bisher vom familiären Hintergrund abhängt, brauche es aber u.a. mehr qualifizierte Pädagoginnen und Pädagogen, um Kinder individueller fördern zu können, sowie flächendeckende Sozialarbeit und Schulpsychologie in Österreichs Schulen und Kindergärten. Zudem solle die Regierung ganztägige Bildung und Betreuung finanzieren.