Deutscher starb in Gewahrsam der US-Migrationsbehörde
Ein Deutscher ist in Gewahrsam der Migrationsbehörde ICE gestorben. Der 85-Jährige sei im Grenzort Harlingen in Texas verstorben, wo er sich seit November in einer Klinik befand, wie ICE am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Dort sei er unter anderem wegen Demenz, Bluthochdrucks, kognitiver Beeinträchtigungen und Magengeschwüren behandelt worden. Ein Arzt habe am 24. Juni seinen Tod festgestellt. Für die Ermittlung der Todesursache sei eine Obduktion angeordnet worden.
Der Mitteilung zufolge hatte der Mann Ende August 2025 am Grenzübergang bei Laredo versucht, in die USA einzureisen, was ihm aufgrund fehlender gültiger Dokumente verweigert worden sei. Die Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP habe ein Verfahren eingeleitet und den Fall an ein Gericht des US-Justizministeriums verwiesen. Einen Tag später sei der Mann in ICE-Gewahrsam überstellt worden. Die Behörde habe ihn wiederum einen Monat später in einem Pflegeheim untergebracht.
Deutsches Generalkonsulat benachrichtigt
Laut ICE-Angaben wurde neben verschiedenen US-Behörden und dem deutschen Generalkonsulat auch Angehörige über den Tod des Mannes benachrichtigt. Der Mann seit am 1. Oktober in eine Einrichtung für Rehabilitierung und betreutes Wohnen überstellt worden, am 4. November in eine Klinik in Harlingen. Er habe “bis zu seinem Tod engmaschige medizinische Betreuung empfangen”, erklärte ICE.
Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin sagte am Freitag, seinem Ministerium sei der Fall bekannt. Mitarbeitende des deutschen Generalkonsulats im texanischen Houston hätten den Mann betreut. Aus “Gründen des Persönlichkeitsschutzes” könne sich das Auswärtige Amt aber nicht zu Details des Falles äußern.
52 Todesfälle in ICE-Gewahrsam seit Jänner 2025
Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen hat die Zahl der Todesfälle im ICE-Gewahrsam seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump neue Höchststände erreicht. Zwischen Jänner 2025 und Juni 2026 seien 52 solcher Todesfälle gemeldet worden, hieß es in einem am 25. Juni veröffentlichten Bericht von Human Rights Watch und Physicians for Human Rights. Die Organisationen erhoben den Vorwurf, dass viele dieser Todesfälle auf eine unzureichende medizinische Versorgung zurückzuführen seien.
Die US-Migrationsbehörde ist in den vergangenen Monaten wegen ihres brutalen Vorgehens gegen vermeintliche illegale Migranten in Verruf geraten. Unter US-Präsident Donald Trump wurde eine beispiellose Kampagne zur Abschiebung von Millionen Migranten ohne gültige Aufenthaltstitel gestartet. Das Vorgehen der Einsatzkräfte hat in den USA massive Proteste ausgelöst – insbesondere nach den tödlichen Schüssen auf die US-Bürger Renee Good und Alex Pretti im Jänner.