Die “Traviata” kehrt an die Scala zurück

Am Samstag kehrt Giuseppe Verdis “La Traviata” in der Inszenierung von Liliana Cavani an die Mailänder Scala zurück. Die Produktion feierte dort 1990 ihre Premiere und wird damit 36 Jahre später erneut gezeigt. Die neun Aufführungen vom 19. September bis zum 15. Oktober sind bereits ausverkauft.
Auf dem Podium wird Dirigent Michele Gamba stehen. Das Bühnenbild stammt vom dreifachen Oscar-Preisträger Dante Ferretti, die Kostüme von der ebenfalls Oscar-prämierten Gabriella Pescucci. Die Titelpartie der Violetta übernimmt Nadine Serra im Wechsel mit Francesca Pia Vitale. Als Alfredo sind abwechselnd Piero Pretti und Ivan Ayon Rivas zu erleben. Violettas Vater Germont wird von Boris Pinkhasovich beziehungsweise Amartuvshin Enkhbat gesungen.
Michele Gamba dirigiert die Oper
Cavani, die inzwischen 93 Jahre alt ist, erinnerte sich bei der Vorstellung der neuen Aufführungsserie an die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte der Inszenierung. Auf der Rückfahrt von Capri musste sie nach einem technischen Problem auf einen Schlepper umsteigen. Dort kam sie mit dem damaligen Scala-Chefdirigenten Riccardo Muti ins Gespräch. “Du solltest die ‘Traviata’ machen”, habe Muti zu ihr gesagt. Wenig später erhielt Cavani das offizielle Angebot, berichtete die Regisseurin gegenüber italienischen Medien.
Mit ihrer Inszenierung rückte Cavani nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Violetta und Alfredo in den Mittelpunkt, sondern auch die gesellschaftlichen Aspekte des Werks. Im Zentrum steht Violetta als gesellschaftlich geächtete Frau – ein Aspekt, den Cavani in Verdis Oper besonders hervorhebt.
Giuseppe Verdis “La Traviata” wurde am 6. März 1853 am Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt. Das Libretto stammt von Francesco Maria Piave und basiert auf Alexandre Dumas’ Roman “Die Kameliendame”. Die Oper in drei Akten erzählt die tragische Liebesgeschichte der Pariser Kurtisane Violetta Valéry und des jungen Alfredo Germont. Ihre Beziehung scheitert an gesellschaftlichen Konventionen und familiären Erwartungen. “La Traviata” gehört heute zu den meistgespielten Opern der Welt.