Dienstfahrräder nehmen in Österreich Fahrt auf
Während der klassische Privatkauf bei Fahrrädern stagniert, wächst der Markt für Dienstrad-Leasing in Österreich, freilich von geringem Niveau aus, stark: Seit 2022 habe sich die Zahl der Jobräder versechsfacht, sagte Alexander Zalokar, Geschäftsführer von Lease a Bike Österreich, am Dienstag. Der Fahrradboom der Coronajahre sei zwar vorbei, Wachstumschancen gebe es aber etwa durch den Zugang im öffentlichen Dienst oder jüngerer Generationen, die verstärkt aufs Rad setzten.
Konkret basiert das Dienstrad-Leasing, das in dieser Form seit einer Steuerreform 2020 möglich ist, auf dem sogenannten Prinzip der Gehaltsumwandlung. Die monatlichen Raten werden dabei vom Bruttogehalt abgezogen, wodurch das steuerpflichtige Einkommen sinkt. Dadurch profitieren vor allem Menschen mit höheren Einkommen von der Regelung. Laut Zalokar beträgt die finanzielle Ersparnis gegenüber einem Privatkauf bis zu 40 Prozent. Die Beschäftigten können das Dienstrad uneingeschränkt privat nutzen und nach dem Leasingzeitraum zum Restwert kaufen – rund 90 Prozent würden sich dazu entscheiden, so Zalokar bei einem Pressegespräch. Auch für Arbeitgeber biete das Modell Vorteile, da etwa die Lohnnebenkosten sinken.
Renaissance für Gravelbike und Rennrad
Jobräder sind in Österreich bereits recht verbreitet. Einige Zehntausend Firmen (darunter auch Ein-Personen-Unternehmen) nutzten Dienstrad-Leasing, schätzt Zalokar. Eine sehr starke Nutzung sehe der Leasing-Anbieter bei produzierenden Unternehmen, speziell auch in Westösterreich. Auch im Dienstleistungsbereich, darunter etwa Banken und Versicherungen, werde das Angebot gut aufgenommen. Topseller seien dabei nach wie vor das E-Bike oder das Mountainbike, wobei das klassische Fahrrad, das Rennrad und das Gravelbike eine Renaissance erlebten.
Auch der öffentliche Dienst zieht bei Jobrädern nach. Vorarlberg, Oberösterreich und Tirol regelten das Dienstrad-Leasing individuell über Landesgesetze, wovon Landesbedienstete in diesen Bundesländern profitierten. In der Steiermark, Kärnten und dem Burgenland befänden sich entsprechende Verordnungen bereits im Gespräch oder in Vorbereitung. Auf Bundesebene verhindere dagegen die aktuelle Rechtslage durch eine verpflichtende 50-prozentige Arbeitgeberbeteiligung und die dienstliche Zweckbindung eine flächendeckende Nutzung, so Zalokar. Hier braucht es aus Sicht des Leasing-Anbieters eine Gesetzesänderung “hin zu einer reinen, budgetneutralen Bruttogehaltsumwandlung ohne Dienstgeberkosten”.
Lease a Bike ist nach eigenen Angaben einer der führenden Anbieter für Fahrrad- und E-Bike-Leasing in Österreich. Das Unternehmen gehört mehrheitlich zur niederländischen Pon-Gruppe, die nach eigenen Angaben weltweit über 11.300 Beschäftigte und einen Jahresumsatz von 10 Mrd. Euro hat. Das Unternehmen ist seit 2022 am österreichischen Markt vertreten. Zudem gibt es Standorte in Deutschland, Niederlande, Belgien, Schweden und Frankreich.