Tote bei russischen Angriffen in Region Kiew
Bei russischen Angriffen in der Nähe von Kiew sind mehrere Menschen getötet worden. Durch einen russischen Luftangriff wurden nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen getötet. Bei einem russischen Drohnenangriff nahe der Autobahn zwischen Kiew und der Hafenstadt Odessa wurden ebenfalls drei Menschen getötet. Die Leichen wurden gefunden, als Rettungskräfte den Brand in einer Produktions- und Lagerhalle im Kreis Obuchiw südlich der ukrainischen Hauptstadt löschten.
Das teilte der Militärgouverneur des Kiewer Gebiets, Tymur Tkatschenko, auf Telegram mit. Sechs Menschen seien verletzt worden. Nahe der Autobahn wurden zudem vier Personen verletzt, und mehrere Autos gerieten in Brand, wie die Staatsanwaltschaft der Region Kiew auf Telegram mitteilt.
Tote nach russischem Beschuss von Kramatorsk
Bei einem russischen Angriff in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind mindestens drei Zivilisten getötet worden. Zwei weitere Menschen seien bei der Attacke verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft des Gebiets Donezk in den sozialen Netzwerken mit. Drei Mehrfamilienhäuser wurden den Angaben zufolge durch Beschuss beschädigt.
Zum eingesetzten Waffentyp werde noch ermittelt. Die Industriestadt Kramatorsk ist rund 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Sie zählt zu einem Gürtel gut befestigter Städte, mit denen die Ukraine den letzten noch unbesetzten Teil des Gebiets Donezk verteidigt.
Russland weitet Angriffe auf ukrainisches Stromnetz aus
Russland weitete seine Luftangriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur auf den bisher weitgehend verschonten Westen des Landes ausgeweitet. Bei den Angriffen am Dienstag kam es in mehreren Regionen zu Stromausfällen. “Leider greift der Feind unsere Energieversorgung weiterhin gezielt und systematisch an”, sagte der stellvertretende ukrainische Energieminister Artem Nekrasow in einer Fernsehansprache. Russland habe Anlagen in den westlichen Regionen Schytomyr, Lwiw, Riwne, Ternopil und Chmelnyzkyj, in der zentralen Region Kirowohrad sowie in der südukrainischen Region Odessa beschossen. “Infolge der Angriffe sind einige Verbraucher ohne Strom”, sagte Nekrasow.
Der größte private Energieversorger DTEK teilte zudem mit, dass bei nächtlichen Angriffen drei Anlagen in der Region Odessa getroffen worden seien. Etwa 32.700 Haushalte seien dort ohne Strom. Russland hatte seine Angriffe auf das ukrainische Stromnetz und die Übertragungsleitungen im Oktober vor Beginn der kalten Jahreszeit wieder aufgenommen. Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge hat Russland die Energie-, Öl- und Gasinfrastruktur des Landes in der vergangenen Woche Dutzende Male angegriffen. Die Angriffe folgten auf eine Erklärung von US-Präsident Donald Trump, der ein Ende der Angriffe auf das Energienetz gefordert hatte. Die Ukraine hatte sich zu einem gegenseitigen Verzicht auf Angriffe gegen das Energienetz bereit erklärt. Zugleich fordert das Land von seinen Verbündeten weiterhin Abwehrraketen zur Bekämpfung russischer ballistischer Raketen.
Drohnentreffer wurden auch aus den Gebieten Charkiw, Sumy, Odessa, Dnipro bis nach Chmelnyzkyj, Ternopil und Lwiw weit im Westen der Ukraine gemeldet. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau erwähnte in seinem Morgenbericht Angriffe auf Schiffe im ukrainischen Donauhafen Reni.
Russisches Treibstofflager angegriffen
Bei ukrainischen Gegenangriffen gab es einen Brand an einer Industrieanlage in Mitschurinsk im Gebiet Tambow, wie Gouverneur Jewgeni Perwuschow mitteilte. Nach inoffiziellen Berichten wurde in dem Ort 300 Kilometer südöstlich von Moskau die Pumpstation einer Treibstoffpipeline getroffen. Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem verheerenden Angriffskrieg. Deren Gegenangriffe richten sich vor allem gegen Industrie- und Militärziele im russischen Rückraum.