“Großoper” bei Innsbrucker Festwochen steht vor der Tür

04.08.2026 • 06:00 Uhr
"Großoper" bei Innsbrucker Festwochen steht vor der Tür

Die Premiere der achtstündigen “Großoper” “Il pomo d´oro” (mit Pausen, Anm.) von Pietro Antonio Cesti bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik steht bevor. Diese wird aufgeteilt auf zwei Abende am Freitag und Samstag im “Großen Haus” des Tiroler Landestheaters aufgeführt. Der Weg bis zur Premiere sei von “langwieriger Arbeit” und “musikalischen Rekonstruktionen” geprägt gewesen, ließ der musikalische Leiter Ottavio Dantone im Vorfeld gegenüber der APA wissen.

Es habe nämlich nicht zuletzt gegolten, “eine umfassende Rekonstruktion der Partitur vorzunehmen”, präzisierte Dantone, der nicht nur die Festwochen musikalisch leitet, sondern auch die Oper dirigiert. Die Arbeiten der letzten Zeit, die den Proben vorangegangen waren, hätten auch seine Rolle als musikalischer Leiter der Oper überstiegen. Zudem sei es vorrangig darum gegangen, die beiden “verlorenen Akte wiederherzustellen” und dabei “der von seinem Schöpfer intendierten Form” so nahe wie möglich zu kommen, so Dantone. Es wäre einiges an “musikwissenschaftlicher Forschung” vonnöten gewesen.

Nicht nur deshalb, sondern schlicht aufgrund der “großen Dimensionen” des Werks seien die Proben herausfordernd und intensiv gewesen. “Mit einem Ensemble von zwanzig Sängerinnen und Sängern, die 47 Figuren verkörpern, ist es entscheidend gewesen, der großen Vielfalt musikalischer und dramatischer Situationen Einheit und Natürlichkeit zu verleihen”, erläuterte Dantone. Diesem Anspruch habe sich sein Orchester “Accademia Bizantina”, alle beteiligten Künstlerinnen und Künstler und er selbst “mit Engagement und Sorgfalt” gestellt.

“Lebendiges Theater”, mythologischer Stoff um “Goldenen Apfel”

So sei es gelungen, mit “Il pomo d´oro” eines der “bedeutendsten, monumentalsten und anspruchsvollsten Werke des Musiktheaters des 17. Jahrhunderts” auf die Bühne zu bringen. “Ich hoffe, dass auch das Publikum von diesem Werk berührt sein wird, so wie wir alle, die wir das Privileg hatten, daran mitzuwirken und es wieder zum Leben zu erwecken”, benannte Dantone seine Erwartungshaltung wenige Tage vor der Premiere.

Man habe alles daran gesetzt, den Stoff vom Papier ausgehend “in lebendiges Theater zu verwandeln.” Die Entscheidung, die Oper an zwei Abenden aufzuführen, habe dabei nicht nur mit der Länge des Werks zu tun, die sich netto ohne Pausen auf etwas mehr als drei Stunden pro Abend belaufe. Vielmehr gehe es um “historisch informierte Aufführungspraxis”. “Il pomo d´oro” sei nämlich auch bei seiner Uraufführung an zwei Abenden gespielt worden.

Ebenjene feierte die Oper übrigens im Jahr 1668 am Wiener Kaiserhof. Seither wurde sie de facto nicht mehr gespielt. Thematisch kreist sie um die mythologische Geschichte eines Goldenen Apfels (dem namensgebenden “Il pomo d´oro”) mit der Inschrift “Der Schönste” und den Streit der Götter im Olymp um ebendiesen. Ebenjener Zank leitete auch einen der berühmtesten Kriege der Antike ein, nämlich den Trojanischen Krieg.