In Italien tritt Gesetz gegen Fake-Rezensionen in Kraft

Wer mit einem Restaurantbesuch unzufrieden ist oder Mängel im Hotel feststellt, kann in Italien weiterhin eine negative Online-Bewertung abgeben. Allerdings gelten dafür ab sofort strengere Vorgaben. Künftig müssen Bewertungen innerhalb von 30 Tagen nach Inanspruchnahme einer Dienstleistung oder dem Kauf eines Produkts veröffentlicht werden.
Zudem dürfen sie nur von Personen stammen, die die Leistung tatsächlich genutzt haben. Inhalte müssen sich konkret auf die gemachte Erfahrung beziehen und dürfen nicht durch Rabatte oder andere Vorteile beeinflusst sein. Als glaubwürdig gelten Bewertungen insbesondere dann, wenn sie durch Belege wie Rechnungen gestützt werden. Nach Ablauf von zwei Jahren verlieren Bewertungen ihre Zulässigkeit.
Regeln stärken Rechte von Unternehmen
Die neuen Regeln stärken auch die Rechte von Unternehmen: Hotels und Restaurants können unzulässige Bewertungen melden und deren Entfernung über die Plattformen beantragen. Der Präsident des Konsumentenschutzverbands Assutenti, Gabriele Melluso, sprach von einem wichtigen Schritt für mehr Transparenz und fairen Wettbewerb.
Bewertungen haben erheblichen Einfluss auf Kaufentscheidungen: Laut dem Verbraucherschutzverband Codacons lesen 77 Prozent der Verbraucher vor einer Buchung oder einem Kauf die Erfahrungen anderer Nutzer. Weltweit beeinflussen Online-Bewertungen Konsumausgaben in Höhe von rund 150 Mrd. Euro jährlich.
Auch die Organisation Consumerismo betont die wachsende Bedeutung von Bewertungen für die Wirtschaft. Gleichzeitig äußert sie Kritik: Die 30-Tage-Frist sei zu kurz und könne dazu führen, dass Verbraucher ganz auf eine Bewertung verzichten.