Inflation erhöhte sich im September auf 3,6 Prozent
Die Teuerung ist im September weiter gestiegen. Treibstoff- und Heizölpreise sind weiterhin Inflationstreiber und erhöhten die Inflationsrate auf 3,6 Prozent, ergab eine Schnellschätzung der Statistik Austria vom Freitag. Im August hatte sie noch 3,2 Prozent betragen.
“Der Anstieg von 0,4 Prozentpunkten ist zur Gänze auf die gestiegenen Treibstoff- und Heizölpreise zurückzuführen. Energie insgesamt verteuerte sich im Jahresvergleich um 14,5 Prozent, nach einem Plus von 9,9 Prozent im August”, so Manuela Lenk, Generaldirektorin der Statistik Austria.
Größte Beitrag zur Inflation kommt vom Dienstleistungsbereich
Der größte Beitrag zur Inflation sei weiterhin vom Dienstleistungsbereich gekommen, der mit 4,2 Prozent jedoch eine etwas geringere Teuerung als im August mit 4,4 Prozent aufwies. Die Preise für Industriegüter stiegen um 0,7 Prozent, Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol verteuerten sich im September um 1,0 Prozent, nachdem sie im August um moderate 0,3 Prozent zugelegt hatten.
Die für Eurozonen-Vergleiche ermittelte Harmonisierte Inflationsrate (HVPI) für Österreich dürfte im September laut vorläufiger Schnellschätzung bei 3,5 Prozent gelegen sein. Im Euroraum ist die Inflation im September mit 3,8 Prozent auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. Grund waren ebenfalls die hohen Energiepreise.
Neue Spritpreisbremse seit Donnerstag in Kraft
Der neuerliche Anstieg sei vor allem auf die internationale Energiepreisentwicklung infolge geopolitischer Krisen zurückzuführen, die in ganz Europa spürbar ist. “Diese externen Faktoren können wir nicht beeinflussen – aber wir handeln dort, wo wir national eingreifen können, etwa mit der Spritpreisbremse”, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Seit Donnerstag ist die neue Spritpreisbremse in Kraft, die vorläufig bis zum 30. November befristet ist. In den zwei Monaten soll der Spritpreis um 12 Cent je Liter fallen.
Die Maßnahmen der Regierung wie Spritpreisbremse, Mietpreisbremse, Sozialtarif Strom, Industriestrompreis oder Halbierung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel hätten die Inflationsrate signifikant gedämpft, sagte SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer.
Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher wies darauf hin, dass die Kerninflation weiterhin niedriger sei. “Insgesamt bleibt die September-Prognose der Nationalbank von durchschnittlich rund 3 Prozent Inflation für das Gesamtjahr 2026 weiterhin aufrecht.”
Regierungsmaßnahmen für AK, ÖGB und Opposition zu gering
Arbeiterkammer (AK) und der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) begrüßen Maßnahmen wie die Spritpreisbremse zwar, sie würden aber bei Weitem nicht ausreichen. AK-Chefökonom Matthias Schnetzer spricht von einer “Trumpflation”, denn nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran schoss der Ölpreis in die Höhe – und mit ihm in Folge die Preise für Sprit und Heizen. Österreich müsse endlich unabhängig von fossiler Energie werden.
Angela Pfister, Leiterin des volkswirtschaftlichen Referats im ÖGB, forderte ein Maßnahmenpaket für Heizöl, Gas und Pellets, eine Preisbremse für Öffi-Tickets sowie Versicherungs- und Bankgebühren.
Starke Kritik an der gestiegenen Teuerung kam am Freitag von der Opposition. Als “in Zahlen gegossenes Regierungsversagen” kritisierte FPÖ-Klubobmannstellvertreterin und Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch den neuerlichen Anstieg der Inflation. Für Jakob Schwarz, Sprecher für Budget und Steuern der Grünen, zeigen die Zahlen, dass die Regierung bei der Inflationsbekämpfung auf dem Holzweg sei. “Wirksamen Schutz vor den regelmäßigen Energiepreisschocks bietet nur sauberer, erneuerbarer Heimatstrom statt dreckigen, fossilen Energieträgern. Aber genau da spart die Bundesregierung”, sagte Schwarz.