Internationale Politspitzen und Royals in Alpbach erwartet

29.08.2026 • 11:24 Uhr
Internationale Politspitzen und Royals in Alpbach erwartet

Das Europäische Forum Alpbach (EFA) läutet mit hochrangiger Besetzung am Sonntag die zweite Hälfte ein. Neben Österreichs außenpolitischen Spitzen – Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS), Europaministerin Claudia Bauer und EU-Kommissar Magnus Brunner (beide ÖVP) – ist auch internationale Politprominenz in Tirol zugegen. Darunter mehrere Außen- und Europaminister, Royals und eine aussichtsreiche Kandidatin auf den UNO-Topjob.

Unter dem Motto “How Europe Wins” debattieren im Alpbachtal noch bis Freitag Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über die Zukunft Europas. Zum Auftakt der zweiten Tagungswoche empfängt EFA-Chef Othmar Karas den Politikwissenschaftler und ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Enrico Letta und den indischen Parlamentarier und ehemaligen UNO-Diplomaten Shashi Tharoor.

Premiere für britischen Europaminister

Zu Wochenbeginn werden zum 82. EFA zahlreiche amtierende Regierungsmitglieder aus dem Ausland erwartet. Erstmals seit seinem Amtsantritt vor einem Monat reist der britische Minister für europäische Beziehungen der Labour-Regierung, Hamish Falconer, in einen EU-Mitgliedsstaat. Bei der Debatte mit ÖVP-Europaministerin Claudia Bauer, ihrem irischen Amtskollegen Thomas Byrne und dem polnischen Europastaatssekretär Ignacy Niemczycki geht es darum, die richtigen politischen Prioritäten für einen wettbewerbs- und widerstandsfähigen Kontinent zu setzen.

Außenministerin und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger trifft auf ihren albanischen Amtskollegen Ferit Hoxha. Mit der Generaldirektorin des Wiener UNO-Sitzes Monica Juma und Alpbach-Stammgast Ivan Krastev, bulgarischer Politikwissenschaftler, wird über eine neue europäische Sicherheitsarchitektur beraten. Auch Regierungsmitglieder aus Estland, Tschechien und der Ukraine reisen für das Forum an. Aus Österreich nehmen insgesamt zehn Mitglieder der Bundesregierung teil, Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat sich dieses Jahr nicht angekündigt.

UNO-Kandidatin könnte um Stimmen werben

Mit royalen Gästen wird Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Mittwoch in Alpbach eintreffen. Für das Arbeitstreffen der Staatsoberhäupter des deutschsprachigen Raums haben Erbprinz Alois von Liechtenstein, der belgische König Philippe und Guillaume, Großherzog von Luxemburg, zugesagt. Komplettiert wird die Runde durch den deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und den Bundespräsidenten der Schweiz, Guy Parmelin.

Eine weitere hochrangige Teilnehmerin, die die Anwesenheit zahlreicher europäischer Spitzen für sich nützen könnte, ist die Generalsekretärin der UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD). Rebeca Grynspan, Wirtschaftswissenschaftlerin und ehemalige Vizepräsidentin von Costa Rica, strebt ab 2027 die Nachfolge von UNO-Generalsekretär António Guterres an. Mit der Diplomatin Carolyn Rodrigues Birkett aus Guyana und dem argentinischen Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, gilt sie als eine der aussichtsreichsten Kandidatinnen bei der Wahl durch den UNO-Sicherheitsrat und die -Generalversammlung.

Besuch aus Brüssel

Als einziger teilnehmender EU-Kommissar weilt der für Migration und innere Sicherheit zuständige Magnus Brunner bereits in Alpbach. Zum Abschluss der “Euregio Tage” am Sonntag trifft er auf die ungarische Präsidentin des Europäischen Ausschusses der Regionen, Kata Tütto, und die Landeshauptleute aus Tirol und den italienischen Nachbarregionen Südtirol und Trentino.

Mit den EU-Abgeordneten Andreas Schieder und Evelyn Regner (beide SPÖ), Lukas Mandl (ÖVP), Helmut Brandstätter (NEOS) und weiteren Abgeordneten aus Deutschland, Italien und Rumänien sind auch dieses Jahr die Mitte-Parteien des EU-Parlaments in Alpbach vertreten. Othmar Karas, ehemaliger EU-Abgeordneter der ÖVP und nunmehriger EFA-Präsident, will das Forum erstmals seit 80 Jahren wieder mit einem “Manifest” abschließen. Dabei sollen zehn Punkte aus den Diskussionsrunden ausgearbeitet werden, die Europa konkret voranbringen und für Frieden, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit sorgen.